{"id":994,"date":"2020-04-02T11:43:56","date_gmt":"2020-04-02T09:43:56","guid":{"rendered":"https:\/\/www.bischoefe.ch\/?p=994"},"modified":"2021-01-21T20:17:23","modified_gmt":"2021-01-21T19:17:23","slug":"osterfeiern-2020-im-kontext-der-coronavirus-krise","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/staging.sbkcescvs.ch\/bischoefe\/osterfeiern-2020-im-kontext-der-coronavirus-krise\/","title":{"rendered":"Osterfeiern 2020 im Kontext der Coronavirus-Krise"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Empfehlungen der Schweizer Bischofskonferenz f\u00fcr die Feier der Heiligen Woche<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-normal-font-size\"><br><strong><span style=\"text-decoration: underline\">Grunds\u00e4tzliche Vor\u00fcberlegungen f\u00fcr alle Feiern vom Palmsonntag bis zur Osternacht<\/span><\/strong><br><br><strong>Lebendige Kirche als Gemeinschaft von kleinen Hausgemeinschaften<\/strong><br><br>\u201eIch habe gelernt, mich in jeder Lage zurechtzufinden: Ich weiss Entbehrungen zu ertragen\u2026 Alles vermag ich durch den, der mich st\u00e4rkt.\u201c (vgl. Phil 4,11ff). Besondere Zeiten erfordern besondere Massnahmen, sagt der gesunde Menschenverstand. Und die Christinnen und Christen sind f\u00e4hig, sich anzupassen. Denn sie wissen, dass sie Christus in sich tragen und ihm begegnen, wo immer sie sind. Wenn die \u00f6ffentliche Versammlung der christlichen Gemeinde zum Gebet nicht m\u00f6glich ist, treffen sich die Schwestern und Br\u00fcder in der Hauskirche zum Gebet und wissen sich im Gebet verbunden mit der Kirche weltweit. Auch wenn das weit entfernt ist vom idealen kirchlichen Leben, birgt es doch die Chance, die \u00f6sterliche Frohbotschaft im kleinsten Kreis neu zu entdecken.<br><br>Das gilt auch f\u00fcr die Feiern vom Palmsonntag bis zur Osternacht. Dazu sind viele Anregungen im Umlauf und werden laufend entwickelt. Die folgenden \u00dcberlegungen und Regelungen haben zum Ziel, die Verbindung zwischen der Hauskirche und den liturgischen Hauptfeiern dieser Tage so gut wie m\u00f6glich zu gew\u00e4hrleisten.<br><br><strong>Die mediale Teilnahme an den liturgischen Feiern<\/strong><br><br>Obwohl Liturgie zun\u00e4chst und von ihrem Wesen her lebendige gottesdienstliche Feier ist und die r\u00e4umliche Anwesenheit einer konkreten Feiergemeinde erfordert, sind doch Berechtigung und Bedeutung von medial \u00fcbertragenen Gottesdiensten unumstritten. [1] Sie sind ein liturgiepastorales Angebot f\u00fcr Menschen in unterschiedlichen Situationen und k\u00f6nnen einen wichtigen Dienst der Evangelisierung leisten. So nehmen Gottesdienst-\u00dcbertragungen mittlerweile einen festen Platz in H\u00f6rfunk- und Fernsehprogrammen ein und erfreuen sich hoher und teils wachsender Akzeptanz.<br><br>Zum Auftrag der Kirche geh\u00f6rt es, alle Mittel zu gebrauchen, durch die Menschen die Botschaft Jesu erfahren k\u00f6nnen und durch die sie auf das aufmerksam werden, was diese Botschaft bewirkt. Jedes Medium ist auf seine Weise geeignet, die verk\u00fcndete, gefeierte und gelebte Botschaft weiterzugeben. [2]<br><br>Ausgehend von diesen \u00dcberlegungen, die in guten Zeiten bedacht werden konnten, d\u00fcrfen die Gl\u00e4ubigen darauf vertrauen, dass diese Zuwendung des Wirkens Gottes in dieser bedrohlichen Phase menschlichen Lebens verf\u00fcgbar gemacht wird. So sehr derzeit physische Distanz geboten ist, so eindeutig l\u00e4uft dies dem Wesen dessen, was sakramentale Feier ist, diametral entgegen. Deshalb sehen die folgenden Bestimmungen vor, die Feiern der Heiligen Woche in minimaler realer Gemeinschaft zu begehen.<br><br><strong>Die nicht \u00f6ffentliche Feier des Palmsonntags und der Drei \u00d6sterlichen Tage in einer kleinen Gemeinschaft<\/strong><br><br>In den Grenzen der vom Bundesrat am 20.3.2020 verordneten Massnahme, wonach sich nicht mehr als f\u00fcnf Personen im \u00f6ffentlichen Raum aufhalten d\u00fcrfen (Art. 7c Abs. 1 COVID-19-Verordnung 2, \u00c4nderung vom 20.3.2020), gibt die Schweizer Bischofskonferenz Priestern (Pfarrern) die M\u00f6glichkeit, den Palmsonntag und die Drei \u00d6sterlichen Tage im Kirchenraum ihrer Gemeinde vor Ort zu feiern. Angesprochen sind jene Priester (Pfarrer), die gesund sind, einer Gemeinde vorstehen und im Sinne der nachfolgenden Punkte einen geeigneten Kirchenraum haben. Mittels der modernen \u00dcbertragungstechniken wissen sich die Gl\u00e4ubigen so in Gemeinschaft verbunden.<br><br>Es wird \u2013 unter Ber\u00fccksichtigung der Hinweise und Vorschl\u00e4ge der Gottesdienstkongregation vom 25.3.2020 (Dekret In der Zeit von Covid-19 [II]) \u2013 Folgendes empfohlen, stets unter Beachtung der je aktuellen staatlichen Massnahmen:<\/p>\n\n\n\n<ol><li>Der Priester (Pfarrer) einer bzw. mehrerer Pfarreien, dessen Kirchenraum sich f\u00fcr die n\u00f6tige Distanz und gemeinsame Feier eignet, soll zur liturgiegerechten Feier an einem Ort 2 bis 4 sich als gesund erkl\u00e4rende und nicht einer Risikogruppe angeh\u00f6rende Gl\u00e4ubige bitten, mit ihm den Palmsonntag und die Drei \u00f6sterlichen Tage zu feiern. Gegen\u00fcber der Gesamtgemeinde ist es wichtig, klar zu kommunizieren, dass die kleine Gemeinschaft einen Dienst leistet, indem sie die grosse Gemeinde (Pfarrei, Seelsorgeeinheit, Pastoralraum, Dekanat\u2026) repr\u00e4sentiert, da diese nicht anwesend sein kann. Sie nehmen stellvertretend f\u00fcr die anderen deren Anliegen auf. Diese kleine Gemeinschaft feiert die Liturgie dieser Tage entsprechend den liturgischen B\u00fcchern. Dabei sind folgende Besonderheiten zu beachten. Bei der Vorbereitung der Liturgie ist auf die gesundheitliche Sicherheit aller zu achten. Zwischen den Teilnehmenden am Gottesdienst ist ein Abstand von mindestens 2 Metern einzuhalten.<\/li><li>Diese kleine Gottesdienstgemeinschaft wird gebildet von den n\u00f6tigen liturgischen Diensten. Auch der Gesang soll nach den M\u00f6glichkeiten der kleinen Gruppe der Liturgie entsprechend gepflegt werden.<\/li><li>Kl\u00f6ster, Ordens- und religi\u00f6se Hausgemeinschaften passen, insofern sie isoliert leben, die Richtlinien in eigener Verantwortung ihrer Situation an.<\/li><li>Bei den Eucharistiefeiern am Palmsonntag, Gr\u00fcndonnerstag und in der Osternacht ist es wegen der Ansteckungsgefahr angezeigt, dass nur der vorstehende Priester kommuniziert. Die \u00fcbrigen Mitfeiernden bringen w\u00e4hrenddessen mit einem passenden Gesang zum Ausdruck, dass sie mit dem Priester und mit allen Mitfeiernden zuhause in Christus verbunden sind.<\/li><li>Die Gemeindemitglieder sollen \u00fcber die gottesdienstlichen Zeiten ihrer kleinen liturgischen Gemeinschaft informiert werden, damit sie sich gegebenenfalls w\u00e4hrend dieser Zeit als Hauskirche mit dem Wort Gottes, dem Bibelgespr\u00e4ch, dem gemeinsamen Beten oder im Lobpreis im Glauben verbunden wissen k\u00f6nnen.<\/li><li>\u00c4ussere Zeichen k\u00f6nnen den Gl\u00e4ubigen eine gemeinsame Erfahrung der Verbundenheit erm\u00f6glichen (Lichter vor dem Fenster oder auf dem Balkon).<\/li><li>F\u00fcr die Hauskirche stellt das Liturgische Institut der deutschsprachigen Schweiz Anregungen zum Gebet zur Verf\u00fcgung. z. B. Hausgebet mit Segnung der Palmzweige, \u00d6lbergandacht am Gr\u00fcndonnerstag, Haus-Feier der Kreuzverehrung, Kreuzwegandacht (z. B. KG 408; 409), Feierandacht in der Osternacht mit Lichtlobpreis und Danksagung, Segen der Osterspeisen, wobei weitere Angebote von Liedern, Gebeten und Andachten im KG zur Verf\u00fcgung stehen ( <a href=\"https:\/\/www.liturgie.ch\">https:\/\/www.liturgie.ch<\/a>)<\/li><\/ol>\n\n\n\n<p><strong>Palmsonntag<\/strong><br><br>Das Ged\u00e4chtnis des Einzugs Christi in Jerusalem muss im Innern der Kirche begangen werden (zweite Form: Feierlicher Einzug; MB [6]). Die Verteilung der Zweige entf\u00e4llt.<br><br><strong><span style=\"text-decoration: underline\">Die Drei \u00d6sterlichen Tage vom Leiden, vom Tod und von der Auferstehung des Herrn<\/span><\/strong><br><br><strong>Die Feier vom Letzten Abendmahl (Gr\u00fcndonnerstag)<\/strong><br><br>Um 20.00 Uhr l\u00e4uten im ganzen Land die Glocken (Gel\u00e4ut wie zum Hauptgottesdienst). Die Menschen sind aufgefordert, Kerzen in ihre Fenster zu stellen und zu beten.<br><br>Parallel dazu wird von der kleinen Feiergemeinschaft stellvertretend die Feier vom Letzten Abendmahl gefeiert.<br><br>Die Fusswaschung entf\u00e4llt. Der dienende Christus ist gegenw\u00e4rtig in allen Menschen, die besonders in diesen Tagen die N\u00e4chstenliebe leben.<br><br>Die Messe endet mit dem Schlussgebet. Der Vorsteher \u00fcbertr\u00e4gt anschliessend das Allerheiligste in den Tabernakel.<br><br><strong>Die Feier vom Leiden und Sterben Christi (Karfreitag)<\/strong><br><br>Die Feier besteht aus drei Hauptteilen: Liturgie des Wortes, Grosse F\u00fcrbitten (vgl. KG 422), Kreuzverehrung. Die Kommunionfeier entf\u00e4llt.<br><br>Angesichts der kleinen Feiergemeinde ist es m\u00f6glich, die Grossen F\u00fcrbitten und die Verehrung des Kreuzes zu verbinden. Zur Kreuzverehrung empfiehlt sich ein Kreuz, das der Priester alleine halten (und ggf. enth\u00fcllen) kann. Der Akt der Kreuzverehrung durch einen Kuss soll auf den Priester allein beschr\u00e4nkt werden.<br><br>Alternativ dazu ist es auch m\u00f6glich, dass die Versammelten gemeinsam zu einer Kreuzesdarstellung im Kirchenraum ziehen. Sie stellen sich dort vor dem Kreuz auf, und singen den Ruf zur Kreuzerhebung.<br><br>Aus den Grossen F\u00fcrbitten kann eine Auswahl getroffen werden. In diesem Jahr kommt auch eine zus\u00e4tzliche Bitte hinzu, die sich ausdr\u00fccklich auf die Coronavirus-Krise bezieht (s. separates Dokument).<br><br>Ein Kreuz zur Kreuzverehrung soll aufgestellt oder hingelegt werden, damit es die Gl\u00e4ubigen beim Besuch der Kirche (unter Wahrung der Vorschriften) verehren k\u00f6nnen.<br><br><strong>Die Feier der Osternacht<\/strong><br><br>Grunds\u00e4tzlich wird auf das Osterfeuer verzichtet. Die Osterkerze wird in diesem Fall mit einem frischen Z\u00fcndholz entz\u00fcndet.<br><br>Wo es aber m\u00f6glich ist, soll das Feuer auf freiem Platz vor der Kirche entz\u00fcndet werden, das w\u00e4hrend der unter Ausschluss der \u00d6ffentlichkeit stattfindenden Feier weiterbrennt. In diesem Fall ist eine Brandwache zu organisieren (eine sechste Person, z. B. der Sakristan).<br><br>In der Kirche wird das Licht von der Osterkerze an die Mitfeiernden verteilt. Diese entz\u00fcnden dann nach M\u00f6glichkeit die \u00fcbrigen im Kirchenraum vorhandenen Kerzen (z. B.: Apostelleuchter). Weitere Kerzen k\u00f6nnen im Kirchenraum verteilt sein, die die physisch abwesenden Gl\u00e4ubigen symbolisieren.<br><br>Das Osterlob (Exsultet) soll gesungen werden (allenfalls gek\u00fcrzt).<br><br>Beim Gloria sollen wenn m\u00f6glich die Kirchenglocken l\u00e4uten, um die Einheit der Kirche zu bezeugen.<br><br>Die Tauffeier wird auf die Erneuerung des Taufversprechens reduziert.<br><br>Der Lobpreis und die Anrufung Gottes \u00fcber dem Wasser (Taufwasserweihe) mit Asperges werden erst ein Element am Beginn des ersten Sonntagsgottesdienstes nach Aufhebung der derzeitigen Beschr\u00e4nkungen sein.<br><br><strong>Ostersonntag<\/strong><br><br>Um 10.00 Uhr l\u00e4uten im ganzen Land die Glocken (Gel\u00e4ut wie zum Hauptgottesdienst).<br><br>Im \u00dcbrigen sind \u00fcber diese Empfehlungen hinausgehende Weisungen der Di\u00f6zesen zu beachten.<br><br>Diese Empfehlungen gelten bis auf Weiteres.<br><br>Freiburg, 2. April 2020<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-group\"><div class=\"wp-block-group__inner-container is-layout-flow wp-block-group-is-layout-flow\">\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>Dr. Erwin Tanner-Tiziani<br>Generalsekret\u00e4r<br>Schweizer Bischofskonferenz<br>Alpengasse 6, Postfach <br>1701 Freiburg<br>+41 26 510 15 15<br><a href=\"mailto:sekretariat@bischoefe.ch\">sekretariat@bischoefe.ch<\/a><\/p>\n<\/div><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-group is-layout-flow wp-block-group-is-layout-flow\"><div class=\"wp-block-group__inner-container\"><\/div><\/div>\n\n\n\n<p>&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;-<\/p>\n\n\n\n[1] Vgl. Gottesdienst-\u00dcbertragungen in H\u00f6rfunk und Fernsehen. Leitlinien und Empfehlungen, hrsg. v. Sekretariat der DBK in Zusammenarbeit mit den Liturgischen Instituten Deutschlands, \u00d6sterreichs und der Schweiz (Die deutschen Bisch\u00f6fe 169), 2. Auflage, Bonn 2007, S. 9.<br><br>[2] Ebd., S. 14.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Empfehlungen der Schweizer Bischofskonferenz f\u00fcr die Feier der Heiligen Woche<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":7047,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[10,92],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/staging.sbkcescvs.ch\/bischoefe\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/994"}],"collection":[{"href":"https:\/\/staging.sbkcescvs.ch\/bischoefe\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/staging.sbkcescvs.ch\/bischoefe\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/staging.sbkcescvs.ch\/bischoefe\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/staging.sbkcescvs.ch\/bischoefe\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=994"}],"version-history":[{"count":23,"href":"https:\/\/staging.sbkcescvs.ch\/bischoefe\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/994\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":6397,"href":"https:\/\/staging.sbkcescvs.ch\/bischoefe\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/994\/revisions\/6397"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/staging.sbkcescvs.ch\/bischoefe\/wp-json\/wp\/v2\/media\/7047"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/staging.sbkcescvs.ch\/bischoefe\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=994"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/staging.sbkcescvs.ch\/bischoefe\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=994"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/staging.sbkcescvs.ch\/bischoefe\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=994"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}