{"id":8377,"date":"2021-04-04T09:30:00","date_gmt":"2021-04-04T07:30:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.bischoefe.ch\/?p=8377"},"modified":"2021-05-03T09:54:33","modified_gmt":"2021-05-03T07:54:33","slug":"osterbotschaft-von-markus-buechel-ostermorgen-neuanfang-oder-weiter-im-alten-tramp","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/staging.sbkcescvs.ch\/bischoefe\/osterbotschaft-von-markus-buechel-ostermorgen-neuanfang-oder-weiter-im-alten-tramp\/","title":{"rendered":"Osterbotschaft von +Markus B\u00fcchel: Ostermorgen \u2013 Neuanfang oder weiter im alten Tramp?"},"content":{"rendered":"\n<p>Schon ein ganzes Jahr bestimmt das Coronavirus unser Leben. Es ist zu gef\u00e4hrlich, um es ohne Massnahmen laufen zu lassen. Hygienemassnahmen, Testen, Impfen. Das ist gesellschaftlicher Konsens. Dabei befinden wir uns in einem Teufelskreis. Denn beide, das Virus und die Bek\u00e4mpfung, richten Schaden an &#8211; im Gesundheitswesen, im Zusammenleben, in der Wirtschaft und nicht zuletzt bei uns Menschen ganz pers\u00f6nlich. Gesellschaftliche Ungeduld und politische Vernunft scheinen eine gesunde Balance in dieser Komplexit\u00e4t fast unm\u00f6glich, f\u00fcr manche unertr\u00e4glich zu machen. Die Leiden der Menschen und die Verantwortung der Entscheidungstr\u00e4ger f\u00fcr die teils schmerzlichen Massnahmen, beispielsweise f\u00fcr die Gastronomie, sind kaum mehr zusammen zu bringen.<\/p>\n<p>Wir anerkennen und danken allen, die trotz dieser Spannung nach bestem Wissen auf einen lebbaren Umgang mit der grossen Herausforderung des Virus hinarbeiten. Verschw\u00f6rungs- und S\u00fcndenbocktheorien bringen uns nicht weiter. Was wir brauchen, ist eine solidarische Gesinnung, die immer auch die Mitmenschen und die Verantwortung f\u00fcr die Gemeinschaft im Blick hat.<\/p>\n<p>Als Bischof frage ich mich: Ist da unsere Osterbotschaft und unser christlicher Glaube eine Hilfe? Ich sage \u00fcberzeugt Ja! Ostern \u00f6ffnet unseren Horizont \u00fcber die menschliche Machbarkeit hinaus und verweist auf eine Botschaft, die uns geschenkt ist. Sie heisst Jesus Christus. Ihn feiern wir als den Auferstandenen, den Lebendigen mitten unter uns. Ganz solidarisch mit uns Menschen bis ins Leiden und Sterben hinein schenkt er Hoffnung. Er ist der Weg der Suchenden, der Bruder der Einsamen und Verlassenen, der Trost der Trauernden und letztlich das Ziel unseres Lebens im Licht Gottes.<\/p>\n<p>Dieses Bekenntnis und dieses Vertrauen darf kein Lippenbekenntnis bleiben. Es will gelebt und erfahren werden. Und genau dies ist vielf\u00e4ltig geschehen im zur\u00fcckliegenden Corona-Jahr:<\/p>\n<ul>\n<li>Der Schmerz, einen lieben Menschen im Sterben nicht begleiten zu k\u00f6nnen, zeigt uns, wie heilsam es ist, schwere Stunden gemeinsam zu tragen.<\/li>\n<li>In der Trauer ein Kerzenlicht zu entz\u00fcnden ist Ausdruck unserer Hoffnung, dass Beziehung \u00fcber den Tod hinaus weiterlebt.<\/li>\n<li>Ein unerwarteter Telefonanruf in Absonderung und Einsamkeit oder eine Aufmerksamkeit eines Nachbarn schenkt neuen Lebensmut.<\/li>\n<li>Mehr Zeit in der Familie zu verbringen kann Spannungen ausl\u00f6sen, aber auch den Wert des Miteinanders vertiefen.<\/li>\n<li>Die Kreativit\u00e4t vieler neuer Angebote in unseren Gemeinden und Pfarreien, den Menschen nahe zu sein, wird gen\u00e4hrt durch die notwendigen Einschr\u00e4nkungen unserer gewohnten Angebote in der Kirche und in allen Institutionen.<\/li>\n<li>Vielen wichtigen Diensten in unserer Gesellschaft begegnen wir mit neuer Wertsch\u00e4tzung, weil wir ihre tragende Bedeutung neu entdeckt haben<\/li>\n<\/ul>\n<p>Mit \u00dcberzeugung d\u00fcrfen wir deshalb sagen, Ostern erfahren wir auch im Corona-Alltag &#8211; dort, wo Achtsamkeit, Liebe und Solidarit\u00e4t aufleuchten. Das Osterfest feiern wir jedes Jahr um nicht zu<\/p>\n<p>vergessen, dass der Auferstandene mit uns und durch uns in der Welt gegenw\u00e4rtig bleibt. M\u00f6ge sein Segen und sein Friede uns begleiten.<\/p>\n<p>+ Markus B\u00fcchel, Bischof von St.Gallen<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Schon ein ganzes Jahr bestimmt das Coronavirus unser Leben. Es ist zu gef\u00e4hrlich, um es ohne Massnahmen laufen zu lassen. Hygienemassnahmen, Testen, Impfen. Das ist gesellschaftlicher Konsens. Dabei befinden wir uns in einem Teufelskreis. 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