{"id":3307,"date":"2018-03-01T11:49:54","date_gmt":"2018-03-01T10:49:54","guid":{"rendered":"https:\/\/www.bischoefe.ch\/?p=3307"},"modified":"2020-07-01T15:33:19","modified_gmt":"2020-07-01T13:33:19","slug":"botschaft-von-papst-franziskus-zum-33-weltjugendtag-2018","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/staging.sbkcescvs.ch\/bischoefe\/botschaft-von-papst-franziskus-zum-33-weltjugendtag-2018\/","title":{"rendered":"Botschaft von Papst Franziskus zum 33. Weltjugendtag 2018"},"content":{"rendered":"<div class=\"attribute-short_description\">\n<div class=\"attribute-sub_title\">\n<h3>\u00bbF\u00fcrchte dich nicht, Maria; denn du hast bei Gott Gnade gefunden\u00ab (Lk 1,30)<\/h3>\n<\/div>\n<div class=\"attribute-description\">\n<p><i>Liebe Jugendliche,<\/i><\/p>\n<p>der Weltjugendtag 2018 ist ein weiterer Schritt auf dem Weg der Vorbereitung auf den Internationalen Weltjugendtag, der im Januar 2019 in Panama stattfinden wird. Diese neue Etappe auf unserem Pilgerweg f\u00e4llt in das Jahr, f\u00fcr das die\u00a0<a title=\"https:\/\/www.vatican.va\/roman_curia\/synod\/index_ge.htm\" href=\"https:\/\/www.vatican.va\/roman_curia\/synod\/index_ge.htm\" target=\"_self\" rel=\"noopener noreferrer\">Ordentliche Versammlung der Bischofssynode<\/a>\u00a0zum Thema\u00a0<i>\u00a0\u00a0<a title=\"https:\/\/www.vatican.va\/roman_curia\/synod\/documents\/rc_synod_doc_20170113_documento-preparatorio-xv_ge.html\" href=\"https:\/\/www.vatican.va\/roman_curia\/synod\/documents\/rc_synod_doc_20170113_documento-preparatorio-xv_ge.html\" target=\"_self\" rel=\"noopener noreferrer\">Die Jugend, der Glaube und die Berufungsunterscheidung<\/a>\u00a0<\/i>einberufen wurde. Das ist eine gute F\u00fcgung. Die Aufmerksamkeit, das Gebet und das Nachdenken der Kirche werden auf euch Jugendliche gerichtet sein, verbunden mit dem Verlangen, das wertvolle Geschenk, das ihr f\u00fcr Gott, f\u00fcr die Kirche und f\u00fcr die Welt seid, anzunehmen und vor allem aufzunehmen.<\/p>\n<p>Wie ihr schon wisst, wollen wir uns auf diesem Weg vom Beispiel und der F\u00fcrsprache Marias begleiten lassen, der jungen Frau aus Nazareth, die Gott zur Mutter seines Sohnes erw\u00e4hlt hat. Sie ist mit uns auf dem Weg zu dieser Synode und zum Weltjugendtag in Panama. Im vergangenen Jahr haben wir uns leiten lassen von den Worten ihres Lobgesangs \u00bbDenn der M\u00e4chtige hat Gro\u00dfes an mir getan\u00ab (<i>Lk<\/i>\u00a01,49) und wir haben dabei gelernt, uns des Vergangenen zu erinnern. In diesem Jahr nun wollen wir gemeinsam mit ihr auf die Stimme Gottes h\u00f6ren, die uns ermutigt und die notwendige Gnade schenkt, um seinem Ruf antworten zu k\u00f6nnen: \u00bbF\u00fcrchte dich nicht, Maria; denn du hast bei Gott Gnade gefunden\u00ab (<i>Lk<\/i>\u00a01,30). Das sind die Worte, die der Bote Gottes, der Erzengel Gabriel, an Maria, eine einfache junge Frau in einem kleinen Dorf in Galil\u00e4a richtete.<\/p>\n<p><i>1.\u00a0F\u00fcrchte dich nicht!<\/i><\/p>\n<p>Man kann gut nachvollziehen, dass Maria angesichts der pl\u00f6tzlichen Erscheinung des Engels und seines geheimnisvollen Gru\u00dfes \u00bbSei gegr\u00fc\u00dft du Begnadete, der Herr ist mit dir\u00ab (<i>Lk<\/i>\u00a01,28) ziemlich\u00a0<i>verwirrt<\/i>\u00a0war und \u00fcberrascht von dieser ersten Offenbarung ihrer Identit\u00e4t und ihrer Berufung, die ihr ja noch nicht bewusst waren. Maria erschrickt wie auch andere Personen in der Heiligen Schrift vor dem Geheimnis und dem Anruf Gottes, der sie mit der Gr\u00f6\u00dfe der eigenen Bestimmung konfrontiert und sie zugleich ihre ganze kreat\u00fcrliche Niedrigkeit f\u00fchlen l\u00e4sst. Der Engel, der tief in ihr Herz blickt und das erkennt, sagt zur ihr: \u00bbF\u00fcrchte dich nicht!\u00ab Gott erkennt auch unser Herz. Er sieht die Herausforderungen, vor denen wir im Leben stehen, besonders, wenn wir vor grundlegenden Entscheidungen stehen, von denen abh\u00e4ngt, wer wir sein und was wir in dieser Welt tun werden. Es geht hier um den \u201eSchauer\u201c, den wir angesichts solcher Entscheidungen \u00fcber unsere Zukunft, unseren Lebensstand und unsere Berufung empfinden. In diesen Momenten sind wir erst einmal durcheinander und in vielen Bef\u00fcrchtungen gefangen.<\/p>\n<p>Und was sind eure\u00a0<i>\u00c4ngste<\/i>, liebe Jugendliche? Was macht euch im Innersten Sorgen? Eine unterschwellige Angst in vielen von euch ist die Angst davor, nicht geliebt zu sein, nicht gesch\u00e4tzt, nicht akzeptiert zu werden f\u00fcr das, was ihr seid. Es gibt heute viele junge Menschen, die beim Versuch, sich den oft k\u00fcnstlichen und hochtrabenden Standards anzupassen, das Gef\u00fchl haben, anders sein zu m\u00fcssen, als sie es in Wirklichkeit sind. St\u00e4ndig bearbeiten sie digital ihre Selbstportraits und verstecken sich hinter Masken und falschen Identit\u00e4ten, was manchmal fast dazu f\u00fchrt, dass sie selbst ein \u201e<i>Fake<\/i>\u201c werden. Viele sind darauf versessen, eine m\u00f6glichst gro\u00dfe Zahl an \u201e<i>Likes<\/i>\u201c zu erhalten. Und aus diesem Gef\u00fchl des Ungen\u00fcgens entspringen viele \u00c4ngste und Unsicherheiten. Andere f\u00fcrchten keine affektive Sicherheit zu finden und allein zu bleiben. F\u00fcr viele kommt angesichts der unsicheren Verh\u00e4ltnisse am Arbeitsmarkt die Angst hinzu, keine befriedigende berufliche Best\u00e4tigung zu finden, die eigenen Tr\u00e4ume nicht verwirklichen zu k\u00f6nnen. Solche \u00c4ngste sind heute in vielen gl\u00e4ubigen wie auch nichtgl\u00e4ubigen Jugendlichen sehr pr\u00e4sent. Und auch diejenigen, die das Geschenk des Glaubens angenommen haben und ernsthaft ihre eigene Berufung suchen, sind sicher nicht ohne Bef\u00fcrchtungen. Manche denken: Vielleicht verlangt Gott zu viel von mir, vielleicht wird er zu viel verlangen; vielleicht werde ich auf dem Weg, den er mir zeigt, nicht wirklich gl\u00fccklich, oder ich werde nicht auf der H\u00f6he dessen sein, was er von mir verlangt. Andere fragen sich: Wenn ich den Weg gehe, den Gott mir zeigt, wer kann mir garantieren, dass ich in der Lage sein werde, diesen Weg bis zum Ende zu gehen. Verliere ich den Mut? Verliere ich die Begeisterung? Werde ich ein Leben lang durchhalten?<\/p>\n<p>In den Momenten, wo Zweifel und \u00c4ngste auf unser Herz einst\u00fcrmen, ist es n\u00f6tig,\u00a0<i>unterscheiden zu k\u00f6nnen<\/i>. Sie erlaubt uns, Ordnung in unsere Gedanken und Gef\u00fchle zu bringen, um richtig und weise zu handeln. Der erste Schritt zur \u00dcberwindung dieser \u00c4ngste besteht bei diesem Prozess darin, sie klar zu erkennen, damit man nicht Zeit und Energie an Phantasievorstellungen ohne Gesicht und ohne Bestand verliert. So lade ich euch alle ein, in euer Inneres zu schauen und euren \u00c4ngsten \u201eeinen Namen zu geben\u201c. Fragt euch also: In dieser konkreten Situation heute, in der ich mich befinde, was f\u00fcrchte ich, was macht mir am meisten Angst? Was blockiert mich und was hindert mich daran weiterzukommen? Warum habe ich nicht den Mut, die wichtigen Entscheidungen zu treffen, die ich tun muss? Habt keine Angst davor, ehrlich auf eure \u00c4ngste zu schauen, sie als das zu erkennen, was sie sind, und mit ihnen ins Reine zu kommen. Die Bibel verschweigt nicht das menschliche Gef\u00fchl der Angst und auch nicht die vielen Gr\u00fcnde, die sie hervorrufen k\u00f6nnen. Abraham hatte Angst (vgl.\u00a0<i>Gen<\/i>\u00a012,10f.), Jakob hatte Angst (vgl.\u00a0<i>Gen<\/i>\u00a031,31; 32,8), und Mose ebenso (vgl.\u00a0<i>Ex\u00a0<\/i>2,14; 17,4), auch Petrus (vgl.\u00a0<i>Mt\u00a0<\/i>26,69ff) und die Apostel (vgl.\u00a0<i>Mk<\/i>\u00a04,38-40;\u00a0<i>Mt<\/i>\u00a026,56). Selbst Jesus erlebte Angst und Beklommenheit, wenn auch auf einer ganz anderen Ebene (vgl.\u00a0<i>Mt<\/i>\u00a026,37;\u00a0<i>Lk<\/i>\u00a022,44).<\/p>\n<p>\u00bbWarum habt ihr solche Angst? Habt ihr noch keinen Glauben?\u00ab (<i>Mk<\/i>\u00a04,40). Diese Ermahnung Jesu an seine J\u00fcnger l\u00e4sst uns verstehen, dass es oft gar nicht der Unglaube ist, der unseren Glauben behindert, sondern die Angst. Nach dem Identifizieren unserer \u00c4ngste muss uns die Arbeit der Unterscheidung dann helfen, sie zu \u00fcberwinden, indem wir uns dem Leben \u00f6ffnen und indem wir in Ruhe die Herausforderungen angehen, die es uns beschert. Gerade f\u00fcr uns Christen sollte die Angst nie das letzte Wort haben, sondern Anlass sein, einen Glaubensakt gegen\u00fcber Gott zu vollziehen \u2026 und auch gegen\u00fcber dem Leben! Das bedeutet, an die grunds\u00e4tzliche G\u00fcte der Existenz zu glauben, die Gott uns geschenkt hat. Das bedeutet, darauf zu vertrauen, dass er alles zu einem guten Ende f\u00fchren wird \u2013 auch durch Begleitumst\u00e4nde und Missgeschicke hindurch, die uns oft r\u00e4tselhaft bleiben. Wenn wir hingegen unsere \u00c4ngste n\u00e4hren, neigen wir dazu, uns in uns selbst zu verschlie\u00dfen, uns zu verbarrikadieren, um uns gegen alles und jeden zu verteidigen, was uns aber nicht weiterkommen l\u00e4sst. Wir m\u00fcssen reagieren! Niemals sich verschlie\u00dfen! In der Heiligen Schrift finden wir 365 Mal den Ausdruck \u201eF\u00fcrchte dich nicht\u201c \u2013 mit all seinen Varianten \u2013, so als ob sie uns damit sagen wollte, dass der Herr uns f\u00fcr jeden Tag des Jahres die Freiheit von unseren \u00c4ngsten w\u00fcnscht.<\/p>\n<p>Die Unterscheidung wird unentbehrlich, wenn es um die Suche nach der eigenen Berufung geht. In der Tat ist diese meist nicht sofort und auch nicht ganz klar zu erkennen, aber mit der Zeit wird man immer besser verstehen. Die Unterscheidung, die in diesem Fall zu treffen ist, sollte nicht als eine individuelle Anstrengung der Selbstbeobachtung verstanden werden, die dazu dient, unsere inneren Mechanismen zur St\u00e4rkung und Erlangung eines gewissen Gleichgewichts besser zu verstehen. In diesem Fall kann der Mensch zwar gest\u00e4rkt daraus hervorgehen, aber er bleibt doch im begrenzten Horizont seiner M\u00f6glichkeiten und Sichtweisen verschlossen. Die Berufung hingegen ist ein\u00a0<i>Ruf von oben<\/i>, und die Unterscheidung besteht in diesem Fall vor allem darin, sich dem Anderen, der ruft, zu \u00f6ffnen. Dazu ist die Stille des Gebets notwendig, um auf die Stimme Gottes zu h\u00f6ren, die im Gewissen erklingt. Er klopft an die T\u00fcr unseres Herzens, wie er es bei Maria getan hat, und er ist voll Sehnsucht danach, sich durch das Gebet mit uns anzufreunden, durch die Heilige Schrift zu uns zu sprechen, uns seine Barmherzigkeit im Sakrament der Vers\u00f6hnung zu schenken und mit uns eins zu werden in der Eucharistie.<\/p>\n<p>Aber auch die Auseinandersetzung und der Dialog mit\u00a0<i>den anderen\u00a0<\/i>ist wichtig, mit unseren Br\u00fcdern und Schwestern im Glauben, die mehr Erfahrung haben und uns helfen, besser zu sehen und zwischen den verschiedenen Optionen zu w\u00e4hlen. Der junge Samuel erkennt die Stimme des Herrn nicht sofort, als er sie h\u00f6rt, und so l\u00e4uft er dreimal zu Eli, dem betagten Priester, der ihm schlie\u00dflich die richtige Antwort auf den Ruf des Herrn vorsagt: \u00bbWenn er dich ruft, dann antworte: Rede, Herr; denn dein Diener h\u00f6rt\u201c (<i>1 Sam<\/i>\u00a03,9). Ihr sollt wissen, dass ihr euch in euren Zweifeln auf die Kirche verlassen k\u00f6nnt. Bestimmt gibt es gute Priester und Ordensleute wie auch gl\u00e4ubige Laien, von denen viele selbst jung sind, die euch als \u00e4ltere Br\u00fcder und Schwestern im Glauben begleiten k\u00f6nnen; vom Heiligen Geist beseelt, werden sie euch helfen k\u00f6nnen, eure Zweifel aufzul\u00f6sen und Gottes Plan f\u00fcr eure pers\u00f6nliche Berufung zu lesen. Der \u201eAndere\u201c ist dabei nicht notwendig der Geistliche Begleiter, sondern jeder, der uns dabei hilft, uns f\u00fcr die unendlichen Reicht\u00fcmer des Lebens zu \u00f6ffnen, die Gott uns gegeben hat. Es ist notwendig, in unseren St\u00e4dten und Gemeinden R\u00e4ume zu schaffen, wo es m\u00f6glich ist zu wachsen, zu tr\u00e4umen und neue Horizonte zu erschlie\u00dfen! Verliert nie den Geschmack an der Freude der Begegnung und der Freundschaft, den Geschmack daran, gemeinsam zu tr\u00e4umen und mit den anderen unterwegs zu sein. Authentische Christen scheuen nicht davor zur\u00fcck, sich anderen gegen\u00fcber zu \u00f6ffnen, ihre Lebensr\u00e4ume zu teilen und sie so in Orte der Br\u00fcderlichkeit zu verwandeln. Lasst nicht zu, liebe Jugendliche, dass der Lichtglanz der Jugend in der Dunkelheit eines geschlossenen Raumes erlischt, in dem das einzige Fenster zur Welt der Computer und das Smartphone ist. \u00d6ffnet die T\u00fcren eures Lebens weit! Lasst zu, dass eure R\u00e4ume und Zeiten von konkreten Menschen bewohnt werden, von tiefen Beziehungen, mit denen ihr authentische und reale Erfahrungen in eurem t\u00e4glichen Leben teilen k\u00f6nnt.<\/p>\n<p><i>2.\u00a0\u00a0Maria!<\/i><\/p>\n<p>\u00bbIch habe dich beim Namen gerufen\u00ab (<i>Jes<\/i>\u00a043,1). Der erste Grund, keine Angst zu haben, ist genau die Tatsache, dass Gott uns\u00a0<i>beim Namen<\/i>\u00a0ruft. Der Engel, der Bote Gottes, hat Maria bei ihrem Namen gerufen. Es geh\u00f6rt zum Wesen Gottes, Namen zu geben. Bei der Sch\u00f6pfung ruft er jedes Gesch\u00f6pf mit seinem Namen ins Dasein. Hinter dem Namen verbirgt sich eine Identit\u00e4t, die in allem, in jedem Menschen, einzigartig ist, jenes innerste Wesen einer Person, das im letzten nur Gott ganz kennt. Dieses g\u00f6ttliche Vorrecht wurde dann auch dem Menschen zuteil, als Gott ihm erlaubte, den Tieren, V\u00f6geln und auch seinen Kindern einen Namen zu geben. (<i>Gen<\/i>\u00a02,19-21;4,1). Viele Kulturen teilen diese tiefe biblische Sichtweise, indem sie im Namen die Offenbarung des tiefsten Geheimnisses eines Lebens, die Bedeutung einer Existenz, erkennen.<\/p>\n<p>Wenn er einen Menschen beim Namen nennt, offenbart ihm Gott gleichzeitig seine\u00a0<i>Berufung<\/i>, seinen Plan der Heiligkeit und G\u00fcte, durch den dieser Mensch zum Geschenk f\u00fcr andere wird und der ihn einzigartig macht. Und auch wenn der Herr die Horizonte eines Lebens erweitern will, gibt er der berufenen Person einen\u00a0<i>neuen Namen<\/i>, wie er es bei Simon tut, als er ihn \u201ePetrus\u201c nennt. Von da her stammt der Brauch, beim Ordenseintritt einen neuen Namen anzunehmen, um damit eine neue Identit\u00e4t und eine neue Beauftragung anzudeuten. Der g\u00f6ttliche Ruf, der pers\u00f6nlich und einzigartig an jeden von uns ergeht, verlangt von uns, dass wir den Mut haben, uns vom gleichmacherischen Druck der Gemeinpl\u00e4tze zu befreien, damit unser Leben wirklich ein urspr\u00fcngliches und unwiederholbares Geschenk f\u00fcr Gott, f\u00fcr die Kirche und f\u00fcr andere ist.<\/p>\n<p>Liebe Jugendliche, das Beim-Namen-gerufen-sein ist also ein Zeichen unserer gro\u00dfen W\u00fcrde in den Augen Gottes, seiner Vorliebe f\u00fcr uns. Und Gott nennt jeden von euch beim Namen. Ihr seid\u00a0<i>das \u201eDu\u201c Gottes<\/i>, kostbar in seinen Augen, w\u00fcrdig seiner Zuneigung und von ihm geliebt (vgl.\u00a0<i>Jes<\/i>\u00a043,4). Nehmt freudig diesen Dialog auf, den Gott Euch anbietet, diesen Appell, den er an euch richtet, indem er Euch beim Namen ruft.<\/p>\n<p><i>3.\u00a0Du hast Gnade bei Gott gefunden<\/i><\/p>\n<p>Der Hauptgrund, warum Maria keine Angst haben muss, besteht darin, dass sie bei Gott Gnade gefunden hat. Das Wort \u201eGnade\u201c bedeutet unentgeltliche, nicht geschuldete Liebe. Wie sehr ermutigt uns dieses Wissen darum, dass wir uns Gottes N\u00e4he und Hilfe nicht erst verdienen m\u00fcssen, indem wir im Voraus ein \u201eSpitzenzeugnis\u201c voller Verdienste und Erfolge vorlegen! Der Engel sagt Maria, dass sie bei Gott\u00a0<i>bereits<\/i>\u00a0Gnade gefunden hat, und nicht, dass sie ihr erst in Zukunft zuteilwird. Und schon die Formulierung der Worte des Engels l\u00e4sst uns verstehen, dass die g\u00f6ttliche Gnade bleibend ist, nicht etwas Vor\u00fcbergehendes oder Momentanes, und deshalb wird sie niemals weniger. Auch in Zukunft wird uns die Gnade Gottes immer unterst\u00fctzen, besonders in Zeiten der Pr\u00fcfung und der Finsternis.<\/p>\n<p>Die fortw\u00e4hrende Gegenwart der g\u00f6ttlichen Gnade ermutigt uns, unsere Berufung mit Zuversicht anzunehmen, was von uns ein treues Bem\u00fchen verlangt, das jeden Tag erneuert werden muss. Der Weg der Berufung ist nicht ohne Kreuze: Da gibt es nicht nur die anf\u00e4nglichen Zweifel, sondern auch die h\u00e4ufigen Versuchungen, denen man auf dem Weg begegnet. Das Gef\u00fchl der Unzul\u00e4nglichkeit begleitet den J\u00fcnger Christi bis zum Ende, aber er wei\u00df, dass die Gnade Gottes mit ihm ist.<\/p>\n<p>Die Worte des Engels gehen auf die menschlichen \u00c4ngste ein und l\u00f6sen sie kraft der in ihnen enthaltenen guten Nachricht auf: Unser Leben ist kein reiner Zufall und kein blo\u00dfer \u00dcberlebenskampf, sondern jeder von uns ist eine von Gott geliebte Geschichte. \u201eGnade in seinen Augen gefunden zu haben\u201c bedeutet, dass der Sch\u00f6pfer eine einzigartige Sch\u00f6nheit in unserem Sein wahrnimmt und einen pr\u00e4chtigen Entwurf f\u00fcr unser Leben hat. Dieses Bewusstsein l\u00f6st sicherlich nicht alle Probleme und beseitigt auch nicht die Unsicherheiten des Lebens, aber es hat die Kraft, es in der Tiefe zu verwandeln. Das Unbekannte, das der n\u00e4chste Tag f\u00fcr uns bereith\u00e4lt, ist dann keine obskure Bedrohung mehr, die es zu \u00fcberleben gilt, sondern eine Gnadenzeit, die uns gegeben ist, um die Einzigartigkeit unserer pers\u00f6nlichen Berufung zu leben und sie mit unseren Br\u00fcdern und Schwestern in der Kirche und in der Welt zu teilen.<\/p>\n<p><i>4.\u00a0Mut in der Gegenwart<\/i><\/p>\n<p>Von der Gewissheit, dass Gottes Gnade mit uns ist, kommt die Kraft zum Mut in der Gegenwart: Mut, um das voranzubringen, was Gott hier und jetzt, in jedem Bereich des Lebens von uns verlangt; Mut, um die Berufung zu ergreifen, die Gott uns zeigt; Mut, um unseren Glauben zu leben, ohne ihn zu verstecken oder zu schm\u00e4lern.<\/p>\n<p>Ja, wenn wir uns der Gnade Gottes \u00f6ffnen, dann wird das Unm\u00f6gliche zur Wirklichkeit. \u00bbIst Gott f\u00fcr uns, wer ist dann gegen uns?\u00ab (<i>R\u00f6m\u00a0<\/i>8,31). Gottes Gnade ber\u00fchrt das Heute eures Lebens, sie \u201epackt\u201c euch, so wie ihr seid, mit all euren \u00c4ngsten und Grenzen, doch offenbart sie auch die wunderbaren Pl\u00e4ne Gottes! Ihr Jugendlichen sollt h\u00f6ren, dass jemand wirklich Vertrauen in euch hat: Ihr sollt wissen, dass der Papst sich auf euch verl\u00e4sst, dass die Kirche sich auf euch verl\u00e4sst! Und ihr, verlasst euch auf die Kirche!<\/p>\n<p>Der jungen Maria wurde eine wichtige Aufgabe anvertraut, eben weil sie jung war. Ihr Jugendlichen habt Kraft, ihr steht in einer Phase des Lebens, in der die Energien gewiss nicht fehlen. Nutzt diese Kraft und diese Energien, um die Welt zu verbessern, und beginnt damit in eurem direkten Umfeld. Ich m\u00f6chte, dass euch in der Kirche wichtige Verantwortungen anvertraut werden und man den Mut hat, euch Raum zu geben; und ihr, bereitet euch vor, diese Verantwortungen zu \u00fcbernehmen.<\/p>\n<p>Ich lade euch ein, noch einmal die Liebe Marias zu betrachten: eine aufmerksame, dynamische, konkrete Liebe. Eine k\u00fchne Liebe, die ganz auf Selbsthingabe abzielt. Eine Kirche, die von diesen marianischen Eigenschaften durchdrungen ist, wird immer eine Kirche im Aufbruch sein, die \u00fcber ihre eigenen Grenzen hinausgeht, um die empfangene Gnade \u00fcberflie\u00dfen zu lassen. Wenn wir uns vom Beispiel Marias anstecken lassen, werden wir jene N\u00e4chstenliebe konkret leben, die uns antreibt, Gott \u00fcber alles und mehr als uns selbst zu lieben sowie die Menschen zu lieben, mit denen wir den Alltag teilen. Und wir werden auch den lieben, der uns an sich wenig liebenswert scheinen k\u00f6nnte. Es ist eine Liebe, die zum Dienst und zur Hingabe wird \u2013 insbesondere gegen\u00fcber den Schw\u00e4chsten und \u00c4rmsten \u2013, die unsere Gesichter verwandelt und uns mit Freude erf\u00fcllt.<\/p>\n<p>Ich m\u00f6chte mit den sch\u00f6nen Worten aus einer ber\u00fchmten Predigt des heiligen Bernhard \u00fcber das Geheimnis der Verk\u00fcndigung schlie\u00dfen. Diese Worte bringen zum Ausdruck, wie die ganze Menschheit auf Marias Antwort wartet: \u00bbDu hast geh\u00f6rt, o Jungfrau, du sollst einen Sohn empfangen und geb\u00e4ren: nicht von einem Menschen, so hast du geh\u00f6rt, sondern vom Heiligen Geist. Der Engel wartet auf Antwort. [\u2026] Herrin, auch wir warten auf das Wort des Erbarmens. [\u2026] Durch ein kurzes Wort von dir sollen wir neu geschaffen und ins Leben zur\u00fcckgerufen werden. [\u2026] So liegt der ganze Erdkreis dir zu F\u00fc\u00dfen und wartet. [\u2026] Gib unverz\u00fcglich deine Antwort, heilige Jungfrau\u00ab (<i>Homilia in Laudibus Virginis Matris<\/i>\u00a04,8:\u00a0<i>Sancti Bernardi Opera<\/i>, Hg. Leclercq\/Rochais, Bd. 4, Rom 1966, 53).<\/p>\n<p>Liebe Jugendliche, der Herr, die Kirche und die Welt warten auch auf eure Antwort auf den einzigartigen Ruf, den jeder und jede in diesem Leben hat! W\u00e4hrend der Weltjugendtag von Panama n\u00e4her r\u00fcckt, lade ich euch ein, euch auf dieses unser Treffen mit der Freude und der Begeisterung dessen vorzubereiten, der an einem gro\u00dfen Abenteuer teilnehmen will. Der Weltjugendtag ist etwas f\u00fcr Mutige! Nicht f\u00fcr Jugendliche, die es blo\u00df bequem haben wollen und sich vor den Schwierigkeiten dr\u00fccken. Nehmt ihr die Herausforderung an?<\/p>\n<p><i>Aus dem Vatikan, am 11. Februar 2018,<\/i><br \/><i>\u00a0<\/i><br \/><i>\u00a0dem 6. Sonntag im Jahreskreis,<\/i><br \/><i>Gedenktag Unserer Lieben Frau in Lourdes<\/i><\/p>\n<p class=\" text-center\"><b>FRANZISKUS<\/b><\/p>\n<p class=\" text-center\">\u00a9 Copyright &#8211; Libreria Editrice Vaticana<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n<a class=\"download\" href=\"https:\/\/staging.sbkcescvs.ch\/bischoefe\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2020\/05\/papa-francesco_20180211_messaggio-giovani_2018_of_d.pdf\" download>Papst Franziskus zum 33. Weltjugendtag 2018 <i class=\"fa btn btn-download fa-download\" aria-hidden=\"true\"><\/i><\/a>\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00bbF\u00fcrchte dich nicht, Maria; denn du hast bei Gott Gnade gefunden\u00ab (Lk 1,30)<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[97],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/staging.sbkcescvs.ch\/bischoefe\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3307"}],"collection":[{"href":"https:\/\/staging.sbkcescvs.ch\/bischoefe\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/staging.sbkcescvs.ch\/bischoefe\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/staging.sbkcescvs.ch\/bischoefe\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/staging.sbkcescvs.ch\/bischoefe\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=3307"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/staging.sbkcescvs.ch\/bischoefe\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3307\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4888,"href":"https:\/\/staging.sbkcescvs.ch\/bischoefe\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3307\/revisions\/4888"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/staging.sbkcescvs.ch\/bischoefe\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=3307"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/staging.sbkcescvs.ch\/bischoefe\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=3307"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/staging.sbkcescvs.ch\/bischoefe\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=3307"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}