{"id":2717,"date":"2016-01-15T21:52:33","date_gmt":"2016-01-15T20:52:33","guid":{"rendered":"https:\/\/www.bischoefe.ch\/?p=2717"},"modified":"2021-05-31T16:38:14","modified_gmt":"2021-05-31T14:38:14","slug":"ihr-seid-nicht-vergessen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/staging.sbkcescvs.ch\/bischoefe\/ihr-seid-nicht-vergessen\/","title":{"rendered":"Ihr seid nicht vergessen"},"content":{"rendered":"\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Erkl\u00e4rung der Koordination der Bischofskonferenzen zur Unterst\u00fctzung der Kirche im Heiligen Land, 14. Januar 2016<\/h3>\n\n\n<div id=\"yui_3_15_0_1_1589486105971_191\" class=\"attribute-short_description\">\n<p id=\"yui_3_15_0_1_1589486105971_190\"><strong>\u201eWir m\u00fcssen wieder sp\u00fcren, dass wir einander brauchen, dass wir eine Verantwortung f\u00fcr die anderen und f\u00fcr die Welt haben und dass es sich lohnt, gut und ehrlich zu sein.\u201c (Laudato si\u2019 229). Als Bisch\u00f6fe der \u201eHoly Land Coordination\u201c wiederholen wir den Appell von Papst Franziskus in seiner j\u00fcngsten Enzyklika, der an unsere gegenseitige Abh\u00e4ngigkeit in einer integrierten Welt erinnert. W\u00e4hrend unseres Besuchs in diesem Land, das Juden, Christen und Moslems heilig ist, wurde uns die best\u00e4ndige Pr\u00e4senz der Kirche unter den Schwachen und Verletzlichen sowie den allzu oft Vergessenen erneut deutlich. Wir nehmen die Erz\u00e4hlungen mit, die wir geh\u00f6rt haben. Wir m\u00fcssen denen, die nicht geh\u00f6rt werden, eine Stimme geben.<\/strong><\/p>\n<\/div>\n<div class=\"attribute-description\">\n<p>Die anhaltende Gewalt zeigt, wie dringlich es ist, allen beizustehen und sie nicht aus den Augen zu verlieren, besonders jenen am Rand und jenen, die ein Leben in Gerechtigkeit und Frieden suchen.<\/p>\n<p>An die christliche Gemeinschaft und die jungen Menschen von Gaza: Ihr seid nicht vergessen. Der Krieg 2014 f\u00fchrte zur Zerst\u00f6rung von tausenden H\u00e4usern und der Infrastruktur von Gaza, ebenso wie zu Toten auf beiden Seiten, Israelis und Pal\u00e4stinensern. Eineinhalb Jahre sp\u00e4ter sind weiterhin viele obdachlos und traumatisiert vom Krieg, auch wenn es Zeichen der Hoffnung gibt und die Widerstandskraft der Bev\u00f6lkerung bemerkenswert ist. Die Blockade macht ihr Leben weiterhin hoffnungslos und sie leben wirklich wie in einem Gef\u00e4ngnis. In der Pfarrei zur Heiligen Familie wurde uns gesagt: \u201eIn diesem Jahr der Barmherzigkeit ist ein Akt der Barmherzigkeit, Gefangene zu besuchen, und ich danke euch, dass ihr das gr\u00f6\u00dfte Gef\u00e4ngnis der Welt besucht.\u201c Die F\u00e4higkeit so vieler Christen und Muslime, sich in dieser Situation gegenseitig zu unterst\u00fctzen, ist ein sichtbares Zeichen der Hoffnung und ein Beispiel f\u00fcr uns alle in einer Zeit, in der so viele versuchen, Gemeinschaften zu spalten.<\/p>\n<p>An die christliche Gemeinschaft in Beit Dschalla, in der die israelische Enteignung von Land und die gegen internationales Recht versto\u00dfende Ausweitung der Sperrmauer in das Cremisan-Tal ihre Pr\u00e4senz im Heiligen Land weiter unterminieren: Ihr seid nicht vergessen. In diesem Jahr 2016 m\u00fcssen wir den Fokus der nationalen und internationalen \u00d6ffentlichkeit auf euer schwerwiegendes Schicksal richten.<\/p>\n<p>An jene Israelis und Pal\u00e4stinenser, die Frieden suchen: Ihr seid nicht vergessen. Das Recht Israels auf ein Leben in Sicherheit ist offenkundig, aber die andauernde Besatzung zerfrisst die Seele beider, des Besatzers und des Besetzten. Politische F\u00fchrer \u00fcberall auf der Welt m\u00fcssen gr\u00f6\u00dfere Energie auf eine diplomatische L\u00f6sung zur Beendigung von fast 50 Jahren Besatzung verwenden und den andauernden Konflikt beenden, sodass die beiden V\u00f6lker und drei Religionen in Gerechtigkeit und Frieden zusammenleben k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>\u00a0An die christlichen Fl\u00fcchtlinge, die wir in Jordanien getroffen haben: Ihr seid nicht vergessen. Wir haben von dem Trauma geh\u00f6rt und den Schwierigkeiten bei dem Versuch, ein neues Leben aufzubauen. F\u00fcr die meisten ist eine R\u00fcckkehr in ihre Heimat nicht l\u00e4nger eine Option. Fl\u00fcchtlinge stellen fast ein Viertel der Bev\u00f6lkerung Jordaniens und das Land k\u00e4mpft mit der Bew\u00e4ltigung. Die Anstrengungen von Ortskirche und Nichtregierungsorganisationen, um alle Fl\u00fcchtlinge, Christen und Muslime zu erreichen, sind erheblich und verdienstvoll, aber die internationale Gemeinschaft muss mehr tun, um ihre Not zu lindern und f\u00fcr Frieden in der Region zu arbeiten.<\/p>\n<p>An die Priester, religi\u00f6sen Gemeinschaften und Laien in der jordanischen Kirche: Ihr seid nicht vergessen. Die Kirche in Jordanien ist lebendig und w\u00e4chst, aber Christen haben Angst vor dem wachsenden Extremismus in der Region.<\/p>\n<p>Es bleibt zu hoffen, dass uns der am 1. Januar in Kraft getretene Grundlagenvertrag zwischen dem Heiligen Stuhl und dem Staat Pal\u00e4stina ein Modell des Dialogs und der Kooperation zwischen Staaten bietet, das den Frieden der Religionen und die Gewissensfreiheit f\u00fcr alle Menschen respektiert und sch\u00fctzt.<\/p>\n<p>Mit dem Versprechen aktiver Solidarit\u00e4t machen wir uns das Gebet von Papst Franziskus in Laudato si\u2018 zu eigen: \u201eGott der Armen, hilf uns, die Verlassenen und Vergessenen dieser Erde, die so wertvoll sind in deinen Augen, zu retten.\u201c<\/p>\n<p>Erzbischof Stephen Brislin, S\u00fcdafrika<\/p>\n<p>Bischof Peter B\u00fcrcher, D\u00e4nemark, Finnland, Island, Norwegen, Schweden<\/p>\n<p>Bischof Oscar Cant\u00fa, USA<\/p>\n<p>Erzbischof Rodolfo Cetoloni, Italien<\/p>\n<p>Bischof Christopher Chessun, Kirche von England<\/p>\n<p>Bischof Michel Dubost, Frankreich<\/p>\n<p>Bischof Lionel Gendron, Kanada<\/p>\n<p>Bischof Felix Gmur, Schweiz<\/p>\n<p>Bischof William Kenney, England und Wales, COMECE<\/p>\n<p>Bischof Declan Lang, England und Wales<\/p>\n<p>Bischof John McAreavey, Irland<\/p>\n<p>Bischof William Nolan, Schottland<\/p>\n<p>Bischof Thomas Maria Renz, Deutschland<\/p>\n<p>Erzbischof Joan Enric Vives, Spanien<\/p>\n<p><i>Die Koordination der Bischofskonferenzen zur Unterst\u00fctzung der Kirche des Heiligen Landes trifft sich seit 1998 auf Einaldung der katholischen Bisch\u00f6fe des Heiligen Landes (Assembl\u00e9e des Ordinaires Catholiques de Terre Sainte\/AOCTS). Im Auftrag des Heiligen Stuhls trifft sich die Heilig-Land-Koordination jeden Januar im Heiligen Land. Sie konzentriert sich auf Gebet, Pilgerfahrt und \u00dcberzeugungsarbeit mit dem Ziel solidarischen Handelns mit der christlichen Gemeinschaft, die unter grossem politischen und sozio-\u00f6konomischen Druck steht.<\/i><\/p>\n<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eWir m\u00fcssen wieder sp\u00fcren, dass wir einander brauchen, dass wir eine Verantwortung f\u00fcr die anderen und f\u00fcr die Welt haben und dass es sich lohnt, gut und ehrlich zu sein.\u201c (Laudato si\u2019 229). Als Bisch\u00f6fe der \u201eHoly Land Coordination\u201c wiederholen wir den Appell von Papst Franziskus in seiner j\u00fcngsten Enzyklika, der an unsere gegenseitige Abh\u00e4ngigkeit in einer integrierten Welt erinnert. 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