{"id":2506,"date":"2016-05-16T21:27:29","date_gmt":"2016-05-16T19:27:29","guid":{"rendered":"https:\/\/www.bischoefe.ch\/?p=2506"},"modified":"2021-05-31T16:35:23","modified_gmt":"2021-05-31T14:35:23","slug":"begegnung-mit-dem-tuerkischen-religionsminister-in-ankara","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/staging.sbkcescvs.ch\/bischoefe\/begegnung-mit-dem-tuerkischen-religionsminister-in-ankara\/","title":{"rendered":"Begegnung mit dem t\u00fcrkischen Religionsminister in Ankara"},"content":{"rendered":"\n<h5 class=\"wp-block-heading\">Abschluss der T\u00fcrkeireise der Arbeitgruppe \u201eIslam\u201c der Schweizer Bischofskonferenz<\/h5>\n\n\n\n<p><strong>Die Arbeitsgruppe &#8222;Islam&#8220; der Schweizer Bischofskonferenz ist am Samstag von einer Reise in die T\u00fcrkei zur\u00fcckgekehrt. Die siebenk\u00f6pfige Delegation unter der Leitung von Bischof Alain de Raemy, Weihbischof von Lausanne, Genf und Freiburg, traf auf ihrer einw\u00f6chigen Reise mit Repr\u00e4sentanten der Muslime, Christen und Juden in Ankara und Istanbul zusammen, um sich ein Bild von den laufenden Ver\u00e4nderungen in der t\u00fcrkischen Gesellschaft und den damit verbundenen Folgen f\u00fcr die Christen zu machen.<\/strong><br><br>Auf staatlicher bzw. muslimischer Seite sprach die Arbeitsgruppe &#8222;Islam&#8220; namentlich mit dem Leiter des Pr\u00e4sidiums f\u00fcr religi\u00f6se Angelegenheiten (Diyanet), Professor Mehmet G\u00f6rmez und dem Grossmufti von Istanbul, Professor Rahmi Yaran. Diyanet unterstehen alle sunnitischen Moscheen der T\u00fcrken. Religionsminister G\u00f6rmez betonte die Wichtigkeit des gegenseitigen Kennenlernens der Religionen, um Missverst\u00e4ndnissen und Vorurteilen den Boden zu entziehen. Er bef\u00fcrwortete eine von Juden, Christen und Muslimen auszuarbeitende Charta, welche Kriterien f\u00fcr das friedliche Miteinander dieser Gemeinschaften sicherstellt. Zu erw\u00e4hnen ist auch der Besuch an der Theologischen Fakult\u00e4t der Istanbul Universit\u00e4t.<br><br>Auf die festzustellende st\u00e4rkere Sichtbarkeit des Islams in der t\u00fcrkischen Gesellschaft angesprochen, versicherten die muslimischen Gespr\u00e4chspartner der Arbeitsgruppe, dass die s\u00e4kulare Rechtsordnung auch nach der beabsichtigten Verfassungs\u00fcberarbeitung erhalten bleibe. In einer Begegnung mit einem christlichen Abgeordneten des t\u00fcrkischen Parlaments, Erol Dora, orientierte sich die Arbeitsgruppe \u201eIslam\u201c \u00fcber die Situation namentlich im S\u00fcdosten der T\u00fcrkei, wo zahlreiche syrische Fl\u00fcchtlinge untergekommen sind, darunter auch etliche Christen. Er unterstrich die grosse Mitverantwortung Europas und der USA f\u00fcr die derzeitige Lage in Syrien. Der Abgeordnete erinnerte daran, dass er 2011 als erster Christ seit 1960 ins Abgeordnetenhaus gew\u00e4hlt worden war. Die Zahl der christlichen Abgeordneten ist bei den Wahlen von 2015 inzwischen auf vier gestiegen (3 Armenier, 1 Assyrer).<br><br>Es ging der Arbeitsgruppe zudem darum, die christlichen Minderheiten in dieser Region moralisch zu unterst\u00fctzen. Unter den zahlreichen religi\u00f6sen Begegnungen sind jene mit dem \u00f6kumenischen Patriarch von Konstantinopel, Bartholom\u00e4os, und Metropolit Elpidophoros Lambrinadis, Erzbischof von Bursa und Rektor der immer noch geschlossenen theologischen Hochschule von Chalki, hervorzuheben. Beide zeichneten ein eher positives Bild von den Fortschritten der Religionsfreiheit in den vergangenen Jahren. Eine Beurteilung der Lage, die vom Pr\u00e4sidenten der katholischen Bischofskonferenz der T\u00fcrkei, Erzbischof Levon Zekiyan, geteilt wird, mit dem die Arbeitsgruppe ebenfalls ein ausf\u00fchrliches Gespr\u00e4ch hatte.<br><br>Die Arbeitsgruppe \u201eIslam\u201c stellte bei ihren Begegnungen fest, dass die Christen als kleine Minderheit in der T\u00fcrkei zu einer offenen und fruchtbaren \u00f6kumenischen Haltung gefunden haben. So haben die unterschiedlichen christlichen Denominationen der T\u00fcrkei gemeinsam ein Buch herausgegeben, das unter dem Titel \u201eCommon Teaching of Christianity\u201c die gemeinsamen Glaubensgrundlagen aller Christen darlegt. Eine englischsprachige Ausgabe dieses auf T\u00fcrkisch verbreiteten Buches ist in Vorbereitung.<br><br>Was die katholische Kirche betrifft, so vereinigt deren Bischofskonferenz in der T\u00fcrkei alle katholischen Kirchen, d.h. neben der \u201elateinischen\u201c Kirche auch jene der orientalischen und altorientalischen Riten. W\u00e4hrend bislang die Christen in der T\u00fcrkei traditionell nach ethnischen Kriterien organisiert waren, ist die katholische Kirche seit einigen Jahren daran, zu einer t\u00fcrkischen Volkskirche zu werden. Mehr und mehr Gl\u00e4ubige sind t\u00fcrkischsprachig. Immer h\u00e4ufiger werden die Gottesdienste in ihrer Sprache gefeiert.<br><br>Istanbul, 14. Mai 2016<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Erwin Tanner-Tiziani<\/strong><br>Generalsekret\u00e4r der Schweizer Bischofskonferenz<br>Sekret\u00e4r der Arbeitsgruppe \u201eIslam\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Arbeitsgruppe &#8222;Islam&#8220; der Schweizer Bischofskonferenz ist am Samstag von einer Reise in die T\u00fcrkei zur\u00fcckgekehrt. 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