{"id":2302,"date":"2015-06-18T19:52:00","date_gmt":"2015-06-18T17:52:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.bischoefe.ch\/?p=2302"},"modified":"2021-01-21T14:42:01","modified_gmt":"2021-01-21T13:42:01","slug":"fuer-eine-kultur-der-achtsamkeit-und-eine-ganzheitliche-oekologie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/staging.sbkcescvs.ch\/bischoefe\/fuer-eine-kultur-der-achtsamkeit-und-eine-ganzheitliche-oekologie\/","title":{"rendered":"F\u00fcr eine Kultur der Achtsamkeit und eine ganzheitliche \u00d6kologie"},"content":{"rendered":"<div class=\"attribute-sub_title\">\n<div id=\"yui_3_15_0_1_1589219827386_199\" class=\"attribute-sub_title\">\n<h5 id=\"yui_3_15_0_1_1589219827386_198\">Bischof Felix Gm\u00fcr \u00fcber die Enzyklika \u201eLaudato si\u2018\u201c<\/h5>\n<\/div>\n<div class=\"attribute-short_description\">\n<p><strong>\u201eLaudato si\u2018 \u2013 gelobt seist du\u201c: Der Refrain des Sonnengesangs des Heiligen Franz von Assisi steht am Anfang und am Schluss des Textes. Das Lob der Erde, christlich gesprochen: der Sch\u00f6pfung Gottes, ist Rahmen, Motivation und Ziel der Enzyklika von Papst Franziskus \u00fcber die Sorge f\u00fcr das gemeinsame Haus. Das gemeinsame Haus ist unsere Erde. Sie ist f\u00fcr uns Schwester und Mutter. Gelobt sei sie, Mutter Erde.<\/strong><\/p>\n<\/div>\n<div class=\"attribute-description\">\n<p>In einer weltweiten Perspektive thematisiert die Enzyklika die \u00d6kologie, also die Rede \u00fcber das Haus, das unsere Erde ist. Der Papst wendet sich ausdr\u00fccklich nicht nur an die Katholikinnen und Katholiken, sondern an alle Menschen.<\/p>\n<p>Denn das Leben auf unserem Planeten und die Zukunft der Erde betreffen alle Menschen.Nach Art der Befreiungstheologie, die von den besonders Benachteiligten her denkt, und mit dem Dreischritt \u201eSehen \u2013 Urteilen \u2013 Handeln\u201c setzt sich der Papst zuerst mit der Wirklichkeit auseinander. Er wiederholt, was er schon in \u201eEvangelii Gaudium\u201c schrieb: \u201eDie Wirklichkeit steht \u00fcber der Idee\u201c. Die Wirklichkeit ist eine Krise. Wir stehen in einer aktuellen \u00f6kologischen Krise. Kennzeichen sind unter anderem Klimawandel, Klimaerw\u00e4rmung, Raubbau an unseren Lebensressourcen, Abholzung der Urw\u00e4lder, \u00dcberfischung, Verschmutzung der Meere, Seen und Fl\u00fcsse, Abschmelzen der Gletscher usw. Das alles zusammen gef\u00e4hrdet die Zukunft des Lebens auf unserem Planeten. Doch schon jetzt hat die \u00f6kologische Krise Auswirkungen. Die Leidtragenden sind in besonderer Weise die Armen, vor allem in den L\u00e4ndern des S\u00fcdens. Sie sind am meisten von den Klimakatastrophen betroffen. Damit verbindet der Papst die \u00f6kologische Frage mit der sozialen Frage. Der ganze Text ist ein Appell an die Leserinnen und Leser, die Auswirkungen der \u00f6kologischen Krise auf die Menschen und besonders auf die Armen zu sehen. Dieser Zusammenhang geh\u00f6rt wesentlich zur ganzheitlichen \u00d6kologie. Der Text ist im Ganzen als eine Umweltsozialenzyklika zu verstehen.<\/p>\n<p>Verschiedene Disziplinen und unterschiedliche Akteure haben die Krise zu analysieren und zu bew\u00e4ltigen. Die Beurteilungen aus ganz unterschiedlichen Warten tragen dazu bei, dass nicht vergessen wird, dass und wie alles zusammengeh\u00f6rt und voneinander abh\u00e4ngt. Es wird zudem sichergestellt, dass m\u00f6glichst viele Akteure mit im Boot sitzen. Mehrmals und an verschiedenen Stellen dankt der Papst allen, die sich f\u00fcr die Bew\u00e4ltigung der Umweltprobleme einsetzen. Lobend erw\u00e4hnt er dabei auch internationale Abkommen. Kritisch befragt er aber ebenso deutlich die geltende Weltwirtschaftsordnung, das Nord-S\u00fcd- und damit das Reich-Arm-Gef\u00e4lle, das Streben nach Profit ohne R\u00fccksicht auf Mensch und Umwelt, die Gleichg\u00fcltigkeit und Tr\u00e4gheit mancher Verantwortungstr\u00e4ger in Staat, Wirtschaft, Gesellschaft und auch in den Kirchen. Dazu gesellt sich ein gewisses Menschenbild, das den Menschen von seiner Umwelt isoliert, sie beherrscht und das Gl\u00fcck nur im immer gr\u00f6sseren Konsum sucht. Gerade das Christentum will die Erde aber nicht beherrschen, sondern bebauen, hegen und pflegen und sch\u00fctzen.<\/p>\n<p>Eindringlich ruft der Papst zum Dialog, zur Diskussion und zur Debatte auf. L\u00f6sungen m\u00fcssen gemeinsam erarbeitet und angestrebt werden. Dazu geh\u00f6ren die Wissenschaften und die Forschung, die Wirtschaft, die Politik und die Religionen. Auf Kulturen und Spiritualit\u00e4ten ist R\u00fccksicht zu nehmen. Im Letzten fordert der Papst den Primat der Politik vor der Wirtschaft. Dazu braucht es internationale Standards und Regeln, die gepaart sind mit wirksamen Kontrollmechanismen. Das gilt beispielhaft f\u00fcr die Wasserfrage: Der Zugang zu sauberem Trinkwasser ist ein fundamentales Menschenrecht und darf nicht als Ware dem Markt unterworfen werden. Dem einzelnen Menschen r\u00e4t er zur Entschleunigung, zur Achtsamkeit gegen\u00fcber den Mitmenschen und der Sch\u00f6pfung, zur Zur\u00fcckhaltung im Verbrauch von Ressourcen. Ein neuer Lebensstil ist gefragt. Auch kleine Gesten sind wirksam. Kreativit\u00e4t bei umweltgerechten Produktionsmethoden, die gleichzeitig Arbeitspl\u00e4tze vor Ort schaffen statt sie abzuschaffen, zahlt sich \u00f6kologisch und sozial aus. Den Christen legt er eine franziskanische Sch\u00f6pfungsspiritualit\u00e4t ans Herz. Hier gehen die Sorge um die Natur Hand in Hand mit der Gerechtigkeit gegen\u00fcber den Armen, das Engagement f\u00fcr die Gesellschaft Hand in Hand mit dem Lob Gottes und dem Gebet um inneren Frieden.<\/p>\n<p>Der Text schliesst mit zwei sehr sch\u00f6nen und eindringlichen Gebeten. Ich hoffe, dass die Enzyklika ein Anstoss ist, den Ernst der Lage zu erkennen und gute Schritte in die Zukunft zu tun zum Schutz unseres Planeten. Gelobt sei sie, Schwester Erde.<\/p>\n<p>+Felix Gm\u00fcr, Bischof von Basel<br \/>Verantwortlicher f\u00fcr den Bereich \u201eKirche und Gesellschaft\u201c der Schweizer Bischofskonferenz<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n<a class=\"download\" href=\"https:\/\/staging.sbkcescvs.ch\/bischoefe\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2020\/05\/LaudatoSi-DE.pdf\" download>Bischof Felix Gm\u00fcr \u00fcber die Enzyklika \u201eLaudato si\u2018\u201c <i class=\"fa btn btn-download fa-download\" aria-hidden=\"true\"><\/i><\/a>\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eLaudato si\u2018 \u2013 gelobt seist du\u201c: Der Refrain des Sonnengesangs des Heiligen Franz von Assisi steht am Anfang und am Schluss des Textes. Das Lob der Erde, christlich gesprochen: der Sch\u00f6pfung Gottes, ist Rahmen, Motivation und Ziel der Enzyklika von Papst Franziskus \u00fcber die Sorge f\u00fcr das gemeinsame Haus. Das gemeinsame Haus ist unsere Erde. Sie ist f\u00fcr uns Schwester und Mutter. 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