{"id":2106,"date":"2010-12-15T11:40:22","date_gmt":"2010-12-15T10:40:22","guid":{"rendered":"https:\/\/www.bischoefe.ch\/?p=2106"},"modified":"2021-02-02T15:10:47","modified_gmt":"2021-02-02T14:10:47","slug":"toetung-auf-verlangen-bleibt-toetung-und-darf-nicht-straffrei-werden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/staging.sbkcescvs.ch\/bischoefe\/toetung-auf-verlangen-bleibt-toetung-und-darf-nicht-straffrei-werden\/","title":{"rendered":"&#8222;T\u00f6tung auf Verlangen&#8220; bleibt T\u00f6tung und darf nicht straffrei werden"},"content":{"rendered":"<div class=\"attribute-short_description\">\n<div class=\"attribute-sub_title\">\n<div class=\"attribute-short_description\">\n<p><strong>Ein Freispruch f\u00fchrt die Gefahr vor Augen, dass die &#8222;T\u00f6tung auf Verlangen&#8220; als &#8222;aktive Sterbehilfe&#8220; akzeptiert und straffrei wird.<\/strong><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"yui_3_15_0_1_1589190527020_200\" class=\"attribute-description\">\n<p>Die Bioethikkommission der Schweizer Bischofskonferenz ist beunruhigt \u00fcber das j\u00fcngst ergangene Urteil des Gerichts von Boudry, Kanton Neuenburg, erkl\u00e4rt diese in einer schriftlichen Reaktion, die auf der Webseite der Schweizer Bischofskonferenz publiziert ist.<\/p>\n<p>Weniger dieses einzelne Urteil beunruhigt die Experten der Kommission als die in den Kommentaren \u00f6ffentlich gemachte Tendenz, &#8222;T\u00f6tung auf Verlangen&#8220; im Sinne von &#8222;aktiver Sterbehilfe&#8220; als legitimes Vorgehen zu sehen.<\/p>\n<p>Im konkreten Fall, den das Neuenburger Gericht beurteilte, hatte eine \u00c4rztin zun\u00e4chst einem kranken Menschen bei der Selbstt\u00f6tung helfen wollen, aber schliesslich das t\u00f6dliche Gift selbst injiziert. Obwohl diese Tat nach Artikel 114 des Schweizerischen Strafgesetzbuches als &#8222;T\u00f6tung auf Verlangen&#8220; strafbar ist, rechtfertigte das Gericht die Handlung, indem es der Angeklagten zubilligte, sie habe &#8222;das in der Lage Notwendige&#8220; getan.<\/p>\n<p>Die Kommission erinnert in ihrer Reaktion daran, dass T\u00f6tung auf Verlangen (&#8222;aktive Sterbehilfe&#8220;) und Beihilfe zur Selbstt\u00f6tung der gleichen Logik folgen: In beiden F\u00e4llen geht es darum, mit der T\u00f6tung einer Person eine Lebenssituation zu beenden, die als unw\u00fcrdig betrachtet wird.<\/p>\n<p>Die Gesetze sind nicht nur der Spiegel der \u00f6ffentlichen Meinung zu einem bestimmten Zeitabschnitt, sondern einige unter ihnen sorgen f\u00fcr die Fundamente des Zusammenleben: das Verbot zu T\u00f6ten oder sich dabei als Komplize zu beteiligen, sind ein Teil dieser Fundamente und nicht verhandelbar, betont die Bioethikkommission.<\/p>\n<p>Sie ist \u00fcberzeugt, dass es im menschlichen Leben keine Situationen gibt, die &#8222;per definitionem&#8220; lebensunw\u00fcrdig w\u00e4ren. Deshalb weist sie mit Nachdruck die Vorstellung zur\u00fcck, dass es bei bestimmten Umst\u00e4nden eine &#8222;Notwendigkeit&#8220; gebe, zum Tode zu verhelfen. Besonders stossend ist es, wenn diese &#8222;Notwendigkeit&#8220; als Aufgabe \u00c4rzten zuerkannt wird. Wenn etwas notwendig ist, so ist es eine Begleitung in menschlicher Solidarit\u00e4t, die Kompetenz und F\u00fcrsorge &#8211; wie dies in der Palliativpflege geschieht &#8211; miteinander verbindet.<\/p>\n<p>Freiburg, 15. Dezember 2010<\/p>\n<p>Walter M\u00fcller<br \/>\nInformationsbeauftragter der Schweizer Bischofskonferenz<\/p>\n<p>Hinweis an die Redaktionen: Der Wortlaut der Reaktion der Bioethikkommission der SBK findet sich unter folgendem link : <a href=\"https:\/\/www.kath.ch\">kath.ch<\/a><\/p>\n<p id=\"yui_3_15_0_1_1589190527020_199\">F\u00fcr weitere Informationen steht ihnen zur Verf\u00fcgung:<br \/>\nDr. Thierry Collaud, Pr\u00e4sident der Bioethikkommission, <a href=\"mailto:thierry.collaud@unifr.ch\">thierry.collaud@unifr.ch<\/a><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein Freispruch f\u00fchrt die Gefahr vor Augen, dass die &#8222;T\u00f6tung auf Verlangen&#8220; als &#8222;aktive Sterbehilfe&#8220; akzeptiert und straffrei wird.<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[31],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/staging.sbkcescvs.ch\/bischoefe\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2106"}],"collection":[{"href":"https:\/\/staging.sbkcescvs.ch\/bischoefe\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/staging.sbkcescvs.ch\/bischoefe\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/staging.sbkcescvs.ch\/bischoefe\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/staging.sbkcescvs.ch\/bischoefe\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2106"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/staging.sbkcescvs.ch\/bischoefe\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2106\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":7903,"href":"https:\/\/staging.sbkcescvs.ch\/bischoefe\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2106\/revisions\/7903"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/staging.sbkcescvs.ch\/bischoefe\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2106"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/staging.sbkcescvs.ch\/bischoefe\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2106"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/staging.sbkcescvs.ch\/bischoefe\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2106"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}