{"id":2070,"date":"2011-10-05T11:08:00","date_gmt":"2011-10-05T09:08:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.bischoefe.ch\/?p=2070"},"modified":"2021-05-31T16:39:25","modified_gmt":"2021-05-31T14:39:25","slug":"heilen-ja-eliminieren-nein","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/staging.sbkcescvs.ch\/bischoefe\/heilen-ja-eliminieren-nein\/","title":{"rendered":"Heilen Ja, Eliminieren Nein"},"content":{"rendered":"<div class=\"attribute-short_description\">\n<div class=\"attribute-sub_title\">\n<p><strong>Schweizer Bischofskonferenz: Keine Zulassung der Pr\u00e4implantationsdiagnostik<\/strong><\/p>\n<\/div>\n<div class=\"attribute-short_description\">\n<p>Die Schweizer Bischofskonferenz lehnt die Zulassung der Pr\u00e4implantationsdiagnostik (PID) ab. Diese Position hat sie in ihrer Stellungnahme zur vorgeschlagenen \u00c4nderung der Bundesverfassung und des Fortpflanzungsmedizingesetzes an den Bundesrat deutlich gemacht. Das Verfahren der Pr\u00e4implantationsdiagnostik, welches das Eliminieren von \u201ekranken\u201c Embryonen zum Ziel hat, ist nicht mit der in der Bundesverfassung verankerten W\u00fcrde des Menschen vereinbar. \u2013Pr\u00e4implantationsdiagnostik meint genetische Untersuchungen, mit denen entschieden wird, ob ein durch Befruchtung im Reagenzglas erzeugter Embryo in die Geb\u00e4rmutter eingepflanzt wird oder nicht.<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"attribute-description\">\n<p>Die Bisch\u00f6fe verstehen Leid und Furcht von Paaren, die wissen, dass sie schwere genetische Krankheiten \u00fcbertragen k\u00f6nnen. Ihnen schuldet die Gesellschaft Solidarit\u00e4t und die Weiterentwicklung der Technik. &#8222;Wir erwarten, dass Forschungen und Entwicklungen gef\u00f6rdert werden, welche die Bedingungen f\u00fcr die vorgeburtliche Diagnose und Behandlung (und nicht f\u00fcr die Eliminierung) verbessern wollen&#8220;, schreiben die Bisch\u00f6fe.<\/p>\n<p>Das Verfahren der Pr\u00e4implantationsdiagnostik hat laut Bundesrat zum Ziel, schwere Krankheiten zu verhindern. Die PID scheint in der Tat, eine L\u00f6sung gegen Leid und \u00c4ngste von Paaren zu bieten. Aber es handelt sich um eine falsche L\u00f6sung, die den Grundsatz der Menschenw\u00fcrde verletzt: Sie selektiert Embryonen als m\u00f6gliche Tr\u00e4ger einer schweren Krankheit, die daraufhin eliminiert werden.<\/p>\n<p><a id=\"eztoc63407_0_0_1\" name=\"eztoc63407_0_0_1\"><\/a><\/p>\n<p><strong>Fehlender Beweis<\/strong><\/p>\n<p>Der Bundesrat r\u00e4umt ehrlicherweise ein, dass &#8222;die Bef\u00fcrwortung der PID sicher nicht mit der Annahme, Embryonen bes\u00e4ssen uneingeschr\u00e4nkt Menschenw\u00fcrde, vertr\u00e4glich ist&#8220;. Es ist deshalb an den Verfechtern der PID, den Beweis zu liefern, dass der menschliche Embryo keine Person ist \u2013 ein solcher fehlt bis zum heutigen Tag. Und im Zweifel \u00fcber die Natur des Embryo muss das Prinzip der Vorsicht nachhaltig angewendet werden.<\/p>\n<p>Laut Vorschlag des Bundesrats wird das Verbot des Einfrierens von Embryonen nicht nur f\u00fcr die PID aufgehoben, sondern im ganzen Bereich der In-Vitro-Fertilisation. Erneut wird der Embryo nicht f\u00fcr sich selbst respektiert, sondern in ein &#8222;Objekt&#8220;, ein Ding, verwandelt, das solange in einem Gefrierschrank aufbewahrt wird, bis man es braucht. Die Festlegung auf acht Embryonen als Limite f\u00fcr die PID erscheint v\u00f6llig willk\u00fcrlich und wissenschaftlich schwer zu rechtfertigen.<\/p>\n<p><a id=\"eztoc63407_0_0_2\" name=\"eztoc63407_0_0_2\"><\/a><\/p>\n<p><strong>Schiefe Ebene<\/strong><\/p>\n<p>Mit der Zulassung der PID w\u00fcrde sich die Schweiz auf eine schiefe Ebene begeben, aus der es kein Zur\u00fcck mehr g\u00e4be. Jene L\u00e4nder, die PID nur f\u00fcr stark eingeschr\u00e4nkte Indikationen zuliessen, erweiterten fr\u00fcher oder sp\u00e4ter die Indikationen, bis hin zur Auswahl bestimmter Eigenschaften des Kindes (&#8222;Designer Baby&#8220;). Die Zulassung der PID w\u00fcrde fr\u00fcher oder sp\u00e4ter eine Lockerung der bestehenden Schranken nach sich ziehen. Jedes Mal, wenn ein Schritt erfolgt, folgt notwendigerweise der n\u00e4chste.<\/p>\n<p>Am Schluss ihrer Stellungnahme unterstreichen die Bisch\u00f6fe ihre \u00dcberzeugung, dass Gesundheit oder Wohlbefinden einer Person nicht nur von der Integrit\u00e4t seines biologischen Rucksacks abh\u00e4ngt, der die Eigenschaften des physischen Funktionierens bestimmt. Wer mit der Pr\u00e4implantationsdiagnostik \u00fcberzeugt ist, dass eine Person einzig wegen physischer Kriterien nie eine gute Gesundheit geniessen kann, \u00fcbersieht ein\u00e4ugig die psychologischen, sozialen und geistlichen Dimensionen des menschlichen Lebens. Es gibt viele Beispiele, wo diese Dimensionen Personen trotz schwerer physischer Behinderungen zu einem gesunden Wohlbefinden, einem erf\u00fcllten Leben, f\u00fchren.<\/p>\n<p><a title=\"https:\/\/www.bischoefe.ch\/content\/view\/full\/7409\" href=\"https:\/\/www.bischoefe.ch\/stellungnahme-zur-praeimplantationsdiagnostik\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Detaillierte Stellungnahme der Schweizer Bischofskonferenz ist (nur auf Franz\u00f6sisch)<\/a><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Schweizer Bischofskonferenz lehnt die Zulassung der Pr\u00e4implantationsdiagnostik (PID) ab. <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[79,147,31],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/staging.sbkcescvs.ch\/bischoefe\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2070"}],"collection":[{"href":"https:\/\/staging.sbkcescvs.ch\/bischoefe\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/staging.sbkcescvs.ch\/bischoefe\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/staging.sbkcescvs.ch\/bischoefe\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/staging.sbkcescvs.ch\/bischoefe\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2070"}],"version-history":[{"count":7,"href":"https:\/\/staging.sbkcescvs.ch\/bischoefe\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2070\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":7038,"href":"https:\/\/staging.sbkcescvs.ch\/bischoefe\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2070\/revisions\/7038"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/staging.sbkcescvs.ch\/bischoefe\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2070"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/staging.sbkcescvs.ch\/bischoefe\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2070"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/staging.sbkcescvs.ch\/bischoefe\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2070"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}