{"id":2001,"date":"2016-09-28T21:01:28","date_gmt":"2016-09-28T19:01:28","guid":{"rendered":"https:\/\/www.bischoefe.ch\/?p=2001"},"modified":"2021-05-31T16:32:41","modified_gmt":"2021-05-31T14:32:41","slug":"migration-und-die-kulturellen-identitaeten-in-europa","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/staging.sbkcescvs.ch\/bischoefe\/migration-und-die-kulturellen-identitaeten-in-europa\/","title":{"rendered":"\u201eMigration und die kulturellen Identit\u00e4ten in Europa\u201c"},"content":{"rendered":"\n<h5 class=\"wp-block-heading\">Symposium der Vorsitzenden der Schweizer, Franz\u00f6sischen und Deutschen Bischofskonferenz in Berlin<\/h5>\n\n\n\n<p><strong>Zum zweiten Mal haben die Pr\u00e4sidenten der Schweizer, Franz\u00f6sischen und Deutschen Bischofskonferenz ein Symposium zu einer aktuellen kirchlichen und gesellschaftlichen Debatte durchgef\u00fchrt. In Berlin kamen dazu heute auf Einladung von Kardinal Reinhard Marx (Deutschland), Erzbischof Georges Pontier (Frankreich) und Bischof Charles Morerod OP (Schweiz) rund 50 Vertreter aus Kirche und Wissenschaft zusammen, darunter elf Bisch\u00f6fe, um sich dem Thema \u201eMigration und die kulturellen und religi\u00f6sen Identit\u00e4ten in Europa. Herausforderungen f\u00fcr die Kirche\u201c zu widmen. Im vergangenen Jahr fand das Symposium zur Vorbereitung der Weltbischofssynode \u00fcber Ehe und Familie in Rom statt.<\/strong><br><br>Das heutige Symposium fragte nach dem Zusammenhang von Migration und gesellschaftlicher Identit\u00e4t. Es diente dazu, langfristige und die Tiefenschichten der Gesellschaft ber\u00fchrende Entwicklungen besser zu verstehen, die mit der Migration nach Europa einhergehen. Daran ankn\u00fcpfend wurden Gestaltungsperspektiven f\u00fcr Gesellschaft, Politik und Kirche er\u00f6rtert. Die Diskussion orientierte sich an einigen Leitfragen: Was bedeutet die Einwanderung vieler Menschen, vor allem aus den muslimisch gepr\u00e4gten Weltregionen, f\u00fcr die europ\u00e4ischen Gesellschaften, f\u00fcr das Fortwirken ihrer historischen Pr\u00e4gung und ihre Entwicklungsrichtung? Wie wirken sich die demographischen Ver\u00e4nderungen und die Migration auf das Verst\u00e4ndnis von Identit\u00e4ten der Gesellschaften aus? Wie kann sich ein friedliches Zusammenleben in einer religi\u00f6s zunehmend pluralen Gesellschaft gestalten lassen? Und bei alledem: Wie muss die kirchliche Praxis auf die Entwicklungen reagieren, um sie mitzugestalten?<br><br>In einem einleitenden Vortrag ordnete die Politikwissenschaftlerin Prof. Dr. Catherine Wihtol de Wenden (Paris) f\u00fcr das Publikum aus Universit\u00e4tsprofessoren, Theologen, Migrantenseelsorgern und Bisch\u00f6fen die heutige Migration nach Europa in den Kontext globaler Wanderungsbewegungen ein. Prof. Dr. Heinz Bude (Kassel) zeigte in einer soziologischen Analyse, dass die klassischen Modelle der Integration von Migranten unter heutigen Bedingungen fragw\u00fcrdig geworden sind. Er pl\u00e4dierte f\u00fcr Modelle, die in den Grundprinzipien der europ\u00e4ischen Identit\u00e4t ihren Ausgang nehmen. Die v\u00f6lkerrechtliche Perspektive wurde von Prof. Dr. Martina Caroni (Luzern) eingebracht: Auch wenn das Migrationsrecht gemeinhin als Dom\u00e4ne des Nationalstaats gilt, m\u00fcssen bestimmte menschen- und v\u00f6lkerrechtliche Prinzipien auch in nationalen Migrationspolitiken Beachtung finden. Dabei wurde deutlich, dass die internationalen Verpflichtungen in allen L\u00e4ndern nur unzureichend umgesetzt werden. Der Washingtoner Religionssoziologe Prof. Dr. Jos\u00e9 Casanova pl\u00e4dierte in seinem Vortrag f\u00fcr den weltanschaulich neutralen, den Religionsgemeinschaften gegen\u00fcber freundlichen Staat als Grundlage f\u00fcr das Zusammenleben verschiedener Gruppen in der pluralistischen Gesellschaft. Der ehemalige Nationaldirektor f\u00fcr die Migrantenseelsorge in der Schweiz, Dr. Urs K\u00f6ppel (Sursee), umriss die pastoralen und caritativen Handlungsfelder, die sich aus aktuellen Migrationsph\u00e4nomenen f\u00fcr die Kirche ergeben.<br><br>Aus den \u00c4u\u00dferungen der drei Vorsitzenden, Kardinal Reinhard Marx, Erzbischof Georges Pontier und Bischof Charles Morerod OP, ging zum Abschluss der Veranstaltung hervor: \u201eWenn wir uns mit Fragen der Migration befassen, sprechen wir \u00fcber ein Thema, dass das Selbstverst\u00e4ndnis unseres Glaubens und unserer Kirche ber\u00fchrt. In jedem Menschen, der bei uns Schutz sucht, erkennen wir Gottes Ebenbild. Es steht au\u00dfer Frage, dass in allen L\u00e4ndern differenzierte L\u00f6sungen gefunden werden m\u00fcssen. Die Achtung der Menschenw\u00fcrde ist dabei unverhandelbar. Das Thema Migration wird in den n\u00e4chsten Jahrzehnten auf der Tagesordnung unserer Gesellschaften und der Kirche bleiben.\u201c<br><br>Berlin, 28. September 2016<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zum zweiten Mal haben die Pr\u00e4sidenten der Schweizer, Franz\u00f6sischen und Deutschen Bischofskonferenz ein Symposium zu einer aktuellen kirchlichen und gesellschaftlichen Debatte durchgef\u00fchrt. In Berlin kamen dazu heute auf Einladung von Kardinal Reinhard Marx (Deutschland), Erzbischof Georges Pontier (Frankreich) und Bischof Charles Morerod OP (Schweiz) rund 50 Vertreter aus Kirche und Wissenschaft zusammen, darunter elf Bisch\u00f6fe, um sich dem Thema \u201eMigration und die kulturellen und religi\u00f6sen Identit\u00e4ten in Europa. 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