{"id":1946,"date":"2017-02-13T23:59:53","date_gmt":"2017-02-13T22:59:53","guid":{"rendered":"https:\/\/www.bischoefe.ch\/?p=1946"},"modified":"2021-05-31T16:30:23","modified_gmt":"2021-05-31T14:30:23","slug":"buch-daniel-pittet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/staging.sbkcescvs.ch\/bischoefe\/buch-daniel-pittet\/","title":{"rendered":"Zur Ver\u00f6ffentlichung des Buches \u201eMon P\u00e8re, je vous pardonne\u201c von Daniel Pittet"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Am 16. Februar 2017 erscheint das Buch \u201eMon P\u00e8re, je vous pardonne\u201c von Daniel Pittet. Die Schweizer Bischofskonferenz (SBK) und die Schweizer Provinz der Kapuziner \u2013 wie schon Papst Franziskus, welcher das Vorwort verfasst hat \u2013 erachten das Buch als \u201eein notwendiges, kostbares und mutiges Zeugnis\u201c eines Opfers, das als Kind w\u00e4hrend vier Jahren (1968-1972) seitens eines Kapuziner Priesters sexuell missbraucht worden ist.<\/strong><br><br>Obwohl der Fall schon 2002 in der \u00d6ffentlichkeit grosse Aufmerksamkeit erfuhr, liefert das Buch mit seinen zahlreichen Details eine beispielhafte Darstellung, wie das b\u00f6sartige und manipulative Verhalten des T\u00e4ters durch die Schuld Einzelner und durch die Schuld, die sich in Strukturen, Verhaltens- und Denkmustern festsetzt oder in unterlassener Hilfe zeigt, getragen und versteckt werden konnte. Die SBK und die Ordensgemeinschaften haben bereits mehrmals die Verantwortung f\u00fcr s\u00e4mtliche \u00dcbergriffsf\u00e4lle im kirchlichen Umfeld anerkannt. Die Kapuziner und die Di\u00f6zese Lausanne, Genf und Freiburg bedauern in diesem konkreten Fall die Fehler zutiefst, welche damals begangen wurden.<br><br><strong>Der Fall des T\u00e4ters J.A. dreimal vor Gericht<\/strong><br><br>Eine erste Anklage wurde 1995 gegen J.A. wegen sexuellen \u00dcbergriffen in Saint-Maurice erhoben. Der Untersuchungsrichter konnte jedoch nicht auf die Anklage eingehen, weil sie sich auf allesamt verj\u00e4hrte F\u00e4lle bezog.<br><br>2008 setzte das Bistum Lausanne, Genf und Freiburg die \u201eCommission SOS Pr\u00e9vention\u201c ein, bei welcher sich auch 2 mutmassliche Opfer des T\u00e4ters J.A. meldeten. Die von dieser Kommission zusammengetragenen Informationen sowie weitere u.a. vom damaligen Offizial weitergeleitete Dokumente bildeten die Basis f\u00fcr eine gerichtliche Untersuchung des Falles J.A in Freiburg. Die Untersuchungsrichterin best\u00e4tigte am 3. November 2008, dass die Voruntersuchung zwar 22 Opfer identifizieren konnte, alle F\u00e4lle jedoch bereits verj\u00e4hrt waren, weshalb keine formelle Anklage erhoben werden konnte. J.A. hatte aber w\u00e4hrend der Voruntersuchung selber zwei weitere Opfer genannt, die 1992-1995 in Frankreich missbraucht worden seien. Infolgedessen wurde das Dossier an die Staatsanwaltschaft Grenoble weitergeleitet. Am 5. Januar 2012 wurde J.A. vom Tribunal Correctionnel de Grenoble zu einer Haft von zwei Jahren bedingt schuldig gesprochen. Das Gericht verordnete keine weiteren Pr\u00e4ventivmassnahmen an.<br><br><strong>Reaktion des Bistums Lausanne, Genf und Freiburg<\/strong><br><br>Bischof Charles Morerod, Bischof von Lausanne, Genf und Freiburg und Pr\u00e4sident der Schweizer Bischofskonferenz, nimmt die ausf\u00fchrlichen Informationen, welche das Buch von Daniel Pittet liefert, zum Anlass, um eine m\u00f6gliche Beteiligung von weiteren Personen in seiner Di\u00f6zese zu untersuchen.<br><br><strong>Reaktion der Kapuziner<\/strong><br><br>Die Kapuziner stehen zu den Anschuldigungen, dass durch die damals \u00fcbliche Praxis im Umgang mit T\u00e4tern von sexuellen \u00dcbergriffen weitere \u00dcbergriffe erst m\u00f6glich wurden. Um den Ruf der Kirche oder des Ordens zu schonen, versuchte man damals allein durch interne Regelungen wie Versetzung oder Berufsverbot das Problem zu l\u00f6sen. Bei Versetzungen wurden die neuen Arbeitgeber zu wenig informiert. Leider wurden auch Hinweise und Meldungen von Opfern zu wenig ernst genommen. Dies wird im Buch von Daniel Pittet anschaulich geschildert.<br><br>Die Kapuziner werden durch eine unabh\u00e4ngige juristische Instanz gr\u00fcndlich abkl\u00e4ren lassen, wie weit sich aus dem Buch von Daniel Pittet neue Verdachtsf\u00e4lle von Verschleierung ergeben und ob noch weitere Opfer gefunden werden k\u00f6nnen. Wir haben aus den bitteren Ereignissen die Lehren gezogen und es wurden verschiedene Vorkehrungen getroffen, um solches in Zukunft zu vermeiden. Zur Ausbildung geh\u00f6rt heute ein obligatorisches Pr\u00e4ventionsprogramm. Es gilt heute die Null-Toleranz Regel bei solchen Vergehen. Und es gelten die strengen Bestimmungen der Schweizer Bischofskonferenz und der Vereinigung der H\u00f6hern Ordensobern der Schweiz ( <em>Richtlinien zu Sexuelle \u00dcbergriffe im kirchlichen Umfeld, 3. Auflage, Freiburg, Januar 2014).<\/em><br>\u00dcber die Resultate beider Untersuchungen wird die \u00d6ffentlichkeit zu gegebener Zeit informiert.<br>Die SBK und die Kapuziner ersuchen deshalb die Opfer, sich zu melden. F\u00e4lle, welche nach staatlichem Recht zwar verj\u00e4hrt sind, k\u00f6nnen dennoch im Rahmen einer kanonischen Untersuchung \u00fcberpr\u00fcft werden. F\u00fcr die verj\u00e4hrten F\u00e4lle existiert zudem ein Genugtuungsfonds.<br><br>Die SBK und die Kapuziner hoffen, dass das Buch von Daniel Pittet weiteren Opfern den notwendigen Mut schenkt, um ihre Geschichte anvertrauen zu k\u00f6nnen und so weitere \u00dcbergriffe zu verhindern.<br><br><em>Freiburg und Luzern, 13. Februar 2017<\/em><br><br><strong><em>F\u00fcr weitere Ausk\u00fcnfte:<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Mgr Charles Morerod<br>Ev\u00eaque de Lausanne, Gen\u00e8ve et Fribourg<br><br>Rue de Lausanne 86<br>Postfach  <br>1701 Fribourg<br>T\u00e9l.:  +41 26 347 48 50 <br><br><a href=\"mailto:secretariat-eveque@diocese-lgf.ch\">secretariat-eveque@diocese-lgf.ch<\/a>  <br><br><a href=\"https:\/\/www.diocese-lgf.ch\">https:\/\/www.diocese-lgf.ch<\/a>  <\/p>\n\n\n\n<p><strong>Bruder Agostino Del-Pietro<\/strong><br>Provinzial der Schweizer Kapuziner<br>Tel. +41 41 429 67 40<br><a href=\"mailto:agostino.delpietro@cappuccini.ch\">agostino.delpietro@cappuccini.ch<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>Anlaufstellen f\u00fcr Personen mit p\u00e4dophilen Neigungen<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<ul><li><a href=\"https:\/\/www.disno.ch\"><em>https:\/\/www.disno.ch<\/em><\/a><\/li><li><a href=\"https:\/\/www.forio.ch\"><em>https:\/\/www.forio.ch<\/em><\/a><\/li><\/ul>\n\n\n<p><em>Weitere Informationen finden Sie unter<\/em> <a href=\"https:\/\/www.bischoefe.ch\/?s=Sexuelle+%C3%9Cbergriffe+im+kirchlichen+Umfeld\">Search Results for: Sexuelle \u00dcbergriffe im kirchlichen Umfeld<\/a><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am 16. 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