{"id":1932,"date":"2017-02-14T23:30:48","date_gmt":"2017-02-14T22:30:48","guid":{"rendered":"https:\/\/www.bischoefe.ch\/?p=1932"},"modified":"2021-05-31T16:30:15","modified_gmt":"2021-05-31T14:30:15","slug":"interreligioeser-dialog-in-benin","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/staging.sbkcescvs.ch\/bischoefe\/interreligioeser-dialog-in-benin\/","title":{"rendered":"Frieden und Entwicklung ben\u00f6tigt interkulturellen und interreligi\u00f6sen Dialog"},"content":{"rendered":"\n<h5 class=\"wp-block-heading\">Expertengruppe der Schweizer Bischofskonferenz studiert das &#8222;Modell Benin&#8220;<\/h5>\n\n\n\n<p><strong>In dem westafrikanischen Land Benin arbeiten die gesellschaftlichen, religi\u00f6sen und politischen Kr\u00e4fte vereint daraufhin, den Frieden und die Entwicklung in Benin zu erhalten und f\u00fcr die Zukunft zu bewahren. Frieden und Entwicklung sind nur m\u00f6glich, wenn der interreligi\u00f6se und interkulturelle Dialog im Zusammenleben der Menschen der verschiedenen Religionsgemeinschaften in Stadt und Land sichergestellt ist. Dies ist die gemeinsame Aussage der zahlreichen Gespr\u00e4chspartner, die einer Expertengruppe der Schweizer Bischofskonferenz (SBK) auf ihrem einw\u00f6chigen Besuch in Benin begegnet ist. Die siebenk\u00f6pfige Delegation folgte einer Einladung der Genfer &#8222;Fondation Espace Afrique&#8220;, die der Beniner Unternehmer Samuel Dossou-Aworet zur F\u00f6rderung der Entwicklung Afrikas und seiner Werte gr\u00fcndete.<\/strong><br><br>Die Stiftung Espace Afrique und die Schweizer Delegation unter Leitung von Bischof Alain de Raemy f\u00fchrten im Rahmen des Besuchs ein zweit\u00e4giges Symposium in Glo-Djigb\u00e9 bei Cotonou durch. Ein ausf\u00fchrliches Besuchsprogramm erm\u00f6glichte vielf\u00e4ltige Begegnungen mit lokalen und regionalen religi\u00f6sen, traditionellen und staatlichen W\u00fcrdentr\u00e4gern. Die Reisestationen in Cotonou, Ouidah, Porto-Novo, Abomey, Parakou, Dassa-Zoum\u00e9 und Natitingou gaben Einblick in das t\u00e4gliche Zusammenleben der verschiedenen Religionsgemeinschaften vor Ort. Die Delegation, deren Kern die Kommission f\u00fcr den Dialog mit den Muslimen bildete, hielt sich vom 3. bis 10. Februar 2017 in Benin auf.<br><br><strong>Das Zusammenleben der unterschiedlichen Religionsgemeinschaften<\/strong><br><br>Benin ist Nachbar von vier L\u00e4ndern: im Osten Nigeria, im Westen Togo sowie im Norden Burkina Faso und Niger. Der in mehreren Nachbarl\u00e4ndern ausge\u00fcbte Terror der religi\u00f6sen Integristen von Al Kaida und Boko Haram beunruhigen die Bev\u00f6lkerung Benins, die bisher indes von Angriffen dieser Gruppen verschont geblieben ist. Hauptgrund des anhaltenden Friedens ist das seit dem 19. Jahrhundert bestehende enge Zusammenleben der Angeh\u00f6rigen der christlichen, islamischen und endogenen Religionen im ganzen Land. Der Dialog zwischen ihnen ist von Offenheit und Unmittelbarkeit gepr\u00e4gt, wie er andernorts so nicht besteht. Es gibt zahlreiche Familien mit Angeh\u00f6rigen unterschiedlicher Religionsgemeinschaften und Konversionen von einer Religion zur anderen. Armut, Arbeitslosigkeit und Hoffnungslosigkeit k\u00f6nnen die Menschen jedoch empf\u00e4nglich f\u00fcr extremistische Haltungen machen.<br><br>Die Expertengruppe der SBK stellte am Symposion in Glo-Djigb\u00e9 verschiedene Aspekte der Schweizer Situation im Zusammenleben der Religionsgemeinschaften in Staat und Gesellschaft vor. Alain de Raemy, Weihbischof von Lausanne, Genf und Freiburg, sprach zum Thema &#8222;Von einem Tag zum anderen zusammen leben? Das Funktionieren des Zusammenlebens kann nicht auferlegt werden, es braucht Zeit.&#8220; Erwin Tanner-Tiziani, Generalsekret\u00e4r der SBK, sprach \u00fcber den rechtlichen und politischen Rahmen, der das Zusammenleben der verschiedenen Religionsgemeinschaften ordnet und fruchtbar macht. Der Soziologe Jean Baechler, emeritierter Professor an der Sorbonne und Mitglied der &#8222;Acad\u00e9mie des sciences morales et politiques&#8220;, hielt seinen Vortrag zum Thema &#8222;Zusammenleben, der Standpunkt eines Soziologen&#8220;. Der emeritierte Professor f\u00fcr Religionsp\u00e4dagogik Stephan Leimgruber, Priester des Bistums Basel, widmete seinen Vortrag dem Thema &#8222;Das Christentum angesichts des Islam in der Katechese&#8220;.<br><br>Beninische Universit\u00e4tsprofessoren analysierten ihrerseits in Vortr\u00e4gen die Situation im Land. Sie wurden erg\u00e4nzt durch den Vortrag des Sekret\u00e4rs des P\u00e4pstlichen Rates f\u00fcr die Kultur, Bischof Barth\u00e9l\u00e9my Adoukounou, der das Symposium mit seinem Vortrag er\u00f6ffnete. Das Thema lautete: &#8222;Der interreligi\u00f6se Dialog, eine Herausforderung f\u00fcr eine Welt in der Krise&#8220;.<br><br><strong>Grosses Interesse am Vorbild der Schweiz<\/strong><br><br>Das Zusammenleben der Religionsgemeinschaften in der Schweiz interessiert in Benin besonders, weil der Frieden und die Prosperit\u00e4t der Eidgenossenschaft als Vorbild gilt. Unterstrichen wird das positive Bild von der Schweiz durch das Grand S\u00e9minair Saint-Gall in Ouidah, dessen Bau Ende der 1920er und Anfang der 1930er Jahre durch Spenden der Gl\u00e4ubigen des Bistums St. Gallen erm\u00f6glicht wurde. Die Bildungsst\u00e4tte f\u00fcr den einheimischen Klerus hat bis heute einen ausgezeichneten Ruf.<br><br>Rund 600 Personen nahmen an dem Symposium in Glo-Djigb\u00e9 teil, darunter Spitzenvertreter der Regierung Benins \u2011 wie Justizminister Joseph Djogb\u00e8nou \u2011 und der Religionsgemeinschaften, namentlich der katholischen Kirche, der protestantischen und evangelischen Kirchen, des Vodoo-Kults, des sunnitischen und schiitischen Islams, der Kirche des Himmlischen Christentums (\u00c9glise Christianisme C\u00e9leste). Pr\u00e4sidentin des Organisationskomitees f\u00fcr das Symposium und den Besuch der Schweizer Delegation war die beninische Parlamentsabgeordnete Claudine Afiavi Prudencio.<br><br><strong>Beziehungen zur Schweiz<\/strong><br><br>Das internationale Treffen mit der Schweizer Expertengruppe reiht sich ein in verschiedene Bem\u00fchungen der f\u00fchrenden Kreise Benins, \u00fcber den interreligi\u00f6sen und interkulturellen Dialog den Frieden und die Entwicklung des Landes zu bewahren und zu f\u00f6rdern. Grossen Einfluss in dieser Hinsicht hat der 87-j\u00e4hrige ehemalige Mediator und Minister der Republik Benin, Albert T\u00e9vo\u00e9djr\u00e9, der ebenfalls an dem Treffen zugegen war. Dieser Doktor der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften der Universit\u00e4t Freiburg (Schweiz) und ehemalige Stipendiat des Justinuswerks der Schweizer Bisch\u00f6fe, der zudem Student am Grand S\u00e9minaire Saint-Gall in Ouidah und am Institut de Hautes Etudes Internationales in Genf war, hat sich eine enge Verbindung mit der Schweiz bewahrt.<br><br>Auch der Unternehmer Samuel Dossou-Aworet steht in enger Beziehung zur Schweiz, wo er seit vielen Jahren seinen Hauptwohnsitz hat. Wie er an dem Treffen mehrfach unterstrich, wurde ihm w\u00e4hrend des Besuchs von Papst Benedikt XVI. in Benin von November 2011 klar, wie wichtig der interreligi\u00f6se Dialog f\u00fcr das Land ist. Die Einladung an die Schweizer Expertengruppe und die Durchf\u00fchrung der internationalen Begegnung in Benin ist daher eine mittelbare Folge dieser p\u00e4pstlichen Reise.<br><br>Freiburg i.\u00dc., 13. Februar 2017<\/p>\n\n\n\n<p>Schweizer Bischofskonferenz<strong><br>Walter M\u00fcller<\/strong><br>Informationsbeauftragter<br><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Fotos<\/strong><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"800\" height=\"450\" src=\"https:\/\/www.bischoefe.ch\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2020\/05\/prof.-stephan-leimgruber_large.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1936\" srcset=\"https:\/\/staging.sbkcescvs.ch\/bischoefe\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2020\/05\/prof.-stephan-leimgruber_large.jpg 800w, https:\/\/staging.sbkcescvs.ch\/bischoefe\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2020\/05\/prof.-stephan-leimgruber_large-300x169.jpg 300w, https:\/\/staging.sbkcescvs.ch\/bischoefe\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2020\/05\/prof.-stephan-leimgruber_large-768x432.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"800\" 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Glo-Djigb\u00e9<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In dem westafrikanischen Land Benin arbeiten die gesellschaftlichen, religi\u00f6sen und politischen Kr\u00e4fte vereint daraufhin, den Frieden und die Entwicklung in Benin zu erhalten und f\u00fcr die Zukunft zu bewahren. 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