{"id":1835,"date":"2018-01-22T23:14:22","date_gmt":"2018-01-22T22:14:22","guid":{"rendered":"https:\/\/www.bischoefe.ch\/?p=1835"},"modified":"2021-05-31T16:26:25","modified_gmt":"2021-05-31T14:26:25","slug":"no-billag","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/staging.sbkcescvs.ch\/bischoefe\/no-billag\/","title":{"rendered":"Nein zur Abschaffung eines geb\u00fchrenfinanzierten Service Public"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Die Schweizerische Nationalkommission Justitia et Pax empfiehlt ein Nein bei der Abstimmung \u00fcber die &#8222;No Billag-Initiative&#8220;. Die Folgen bei der Annahme der Initiative w\u00e4ren f\u00fcr unsere Demokratie und f\u00fcr die Minderheiten in unserem Land gravierend: Information und Meinungsbildung w\u00fcrden immer mehr zu einer Frage finanzkr\u00e4ftiger Investoren, eine ausgewogene Berichterstattung m\u00fcsste zusehends politischen und wirtschaftlichen Interessen weichen, und die Vielfalt und Qualit\u00e4t der sprachregionalen Angebote w\u00e4ren in Frage gestellt.<\/strong><br><br>Die Schweiz lebt von ihrer kulturellen und sprachlichen Vielfalt. Wesentlich f\u00fcr den gesellschaftlichen Zusammenhalt und f\u00fcr das Funktionieren der Demokratie ist, dass sich diese Vielfalt auch im Angebot des Service Public widerspiegelt. Die No Billag-Initiative will jedoch die Angebote bei Radio, Fernsehen und Neuen Medien st\u00e4rker an marktwirtschaftlichen Kriterien ausrichten: Wer sehen, h\u00f6ren und konsumieren will, kann und soll ein Abo f\u00fcr Dienstleistungen l\u00f6sen. Doch nicht alle Lebens- und Gesellschaftsbereiche lassen sich nach den Gesetzen von Angebot und Nachfrage sinnvoll organisieren. Mit der Abschaffung der Radio- und Fernsehgeb\u00fchren k\u00f6nnten nicht mehr in allen Sprachregionen gleichwertige Angebote zur Verf\u00fcgung gestellt werden. Der gesellschaftliche Zusammenhalt in der Schweiz w\u00fcrde darunter leiden.<br><br>In der Vergangenheit hat sich der geb\u00fchrenfinanzierte Service Public \u00fcber die Sprach- und Kulturgrenzen hinweg bew\u00e4hrt. Eine Querfinanzierung war erw\u00fcnscht, damit auch Angebots- und Meinungsvielfalt in kleineren Sprachregionen und f\u00fcr Minderheiten gegeben waren. Die Abschaffung der Radio- und Fernsehgeb\u00fchren w\u00fcrde einen \u00e4hnlichen Konzentrationsprozess hervorrufen, wie er gegenw\u00e4rtig intensiv und verst\u00e4rkt in den Printmedien zu beobachten ist. Demokratie und Qualit\u00e4tsjournalismus w\u00fcrden darunter leiden.<br><br>Aus sozialethischer Perspektive, die neben einem Schutz von Minderheiten immer auch das Gemeinwohl im Blick hat, erschwert diese Initiative ausgewogene Informations- und Meinungsbildung f\u00fcr alle. B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger und besonders Minderheiten brauchen in einer funktionierenden Demokratie einen gleichberechtigten Zugang zu ausgewogenen Informationen \u2013 unabh\u00e4ngig von ihrer sozialen, wirtschaftlichen und politischen Lage.<br><br>Fribourg, 22. Januar 2018<br><br><em><strong>F\u00fcr weitere Ausk\u00fcnfte:<\/strong><\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Dr. Wolfgang B\u00fcrgstein<br>Generalsekret\u00e4r Justitia et Pax<br>+41 78 824 44 18<br><a href=\"mailto:Wolfgang.buergstein@juspax.ch\">wolfgang.buergstein@juspax.ch<\/a><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-table\"><table><tbody><tr><td>Justitia et Pax ist eine beratende Kommission der Schweizer Bischofskonferenz. Sie besch\u00e4ftigt sich schwerpunktm\u00e4ssig mit sozialen, politischen, wirtschaftlichen und \u00f6kologischen Fragen und macht dies aus einer sozialethischen Perspektive.<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure>\n\n\n<a class=\"download\" href=\"https:\/\/staging.sbkcescvs.ch\/bischoefe\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2020\/05\/180122NoBillag_d.pdf\" download>No Billag <i class=\"fa btn btn-download fa-download\" aria-hidden=\"true\"><\/i><\/a>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Schweizerische Nationalkommission Justitia et Pax empfiehlt ein Nein bei der Abstimmung \u00fcber die &#8222;No Billag-Initiative&#8220;. Die Folgen bei der Annahme der Initiative w\u00e4ren f\u00fcr unsere Demokratie und f\u00fcr die Minderheiten in unserem Land gravierend: Information und Meinungsbildung w\u00fcrden immer mehr zu einer Frage finanzkr\u00e4ftiger Investoren, eine ausgewogene Berichterstattung m\u00fcsste zusehends politischen und wirtschaftlichen Interessen weichen, und die Vielfalt und Qualit\u00e4t der sprachregionalen Angebote w\u00e4ren in Frage gestellt.<\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[149],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/staging.sbkcescvs.ch\/bischoefe\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1835"}],"collection":[{"href":"https:\/\/staging.sbkcescvs.ch\/bischoefe\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/staging.sbkcescvs.ch\/bischoefe\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/staging.sbkcescvs.ch\/bischoefe\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/staging.sbkcescvs.ch\/bischoefe\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1835"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/staging.sbkcescvs.ch\/bischoefe\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1835\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":8814,"href":"https:\/\/staging.sbkcescvs.ch\/bischoefe\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1835\/revisions\/8814"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/staging.sbkcescvs.ch\/bischoefe\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1835"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/staging.sbkcescvs.ch\/bischoefe\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1835"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/staging.sbkcescvs.ch\/bischoefe\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1835"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}