{"id":1643,"date":"2018-09-18T16:15:11","date_gmt":"2018-09-18T14:15:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.bischoefe.ch\/?p=1643"},"modified":"2021-05-31T16:24:08","modified_gmt":"2021-05-31T14:24:08","slug":"stellungnahmen-samw-umgang-mit-sterben-und-tod","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/staging.sbkcescvs.ch\/bischoefe\/stellungnahmen-samw-umgang-mit-sterben-und-tod\/","title":{"rendered":"Stellungnahmen SAMW Umgang mit Sterben und Tod"},"content":{"rendered":"\n<p>Medienmitteilung zu den Richtlinien der SAMW<br>Die Bioethikkommission der Schweizer Bischofskonferenz bringt ihre tiefe Besorgnis dar\u00fcber zum Ausdruck, dass die SAMW in ihren neuen ethischen Richtlinien &#8222;Umgang mit Sterben und Tod&#8220; vom 17. Mai 2018 auf jeglichen objektiven Bezug zur Medizinethik verzichtet.<br><br>Bisher stand im Zentrum ihrer Betreuungsphilosophie \u2013 der Grundlage ihrer Mission \u2013 nicht zu schaden, das Leben eines jeden Menschen zu sch\u00fctzen, seine Gesundheit zu f\u00f6rdern und zu erhalten, Leiden zu lindern und den Sterbenden bis zur letzten Stunde beizustehen (vgl. Standesordnung der FMH, Art. 2.). Sie erinnerte deutlich daran (2004 und 2013), dass die Beihilfe zum Suizid den Zielen der Medizin widerspricht. Der Verzicht darauf ersch\u00fcttert nun diese Grundlage durch die Priorisierung der Autonomie und der Subjektivit\u00e4t. Bei einem so sensiblen Thema wie dem assistierten Suizid verst\u00e4rkt die SAMW unn\u00f6tigerweise das Konzept der Autonomie auf Kosten des Wohlwollens, das es erm\u00f6glicht, Situationen (Umwelt \u2013 Familie \u2013 Pflegende\u2026) auszugleichen und besser zu kontextualisieren.<br>Die Bioethikkommission der SBK ist sich der Realit\u00e4t komplexer Situationen am Lebensende voll bewusst und respektiert das Prinzip der Selbstbestimmung. Sie wei\u00df, dass in einigen dieser Situationen, in denen der Patient Hilfe beim Sterben w\u00fcnscht, die pers\u00f6nliche ethische Entscheidung des Arztes ihn dazu bringen kann, gegen seine Mission zu versto\u00dfen. Dieser m\u00f6gliche Versto\u00df darf jedoch nicht die objektive Grundlage der Betreuung des Patienten am Lebensende schw\u00e4chen, n\u00e4mlich die Achtung des menschlichen Lebens bis zum letzten Atemzug.&nbsp;<br><br>In diesem schwierigen Umfeld m\u00f6chte die Bioethikkommission der SBK daran erinnern, dass nur die Palliativmedizin eine koh\u00e4rente Betreuung der Patienten bis ans Lebensende erm\u00f6glicht. In dieser Betreuung kann die Aufgabe der Medizin am besten zum Ausdruck gebracht werden: Sorge tragen zum Leben.<br>Indem sich die SAMW derart weit f\u00fcr den begleiteten Suizid engagiert, erh\u00f6ht sie nicht nur die bereits vorhandene Spannung in der Pflege, sondern untergr\u00e4bt das Wesentliche: die F\u00fcrsorge f\u00fcr den Menschen.<br>Gezeichnet von: Dr. sc. soc., lic. theol. Michel Fontaine<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"95\" height=\"95\" src=\"https:\/\/www.bischoefe.ch\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2020\/05\/michel-fontaine_sidebar.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1647\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/www.kommission-bioethik.bischoefe.ch\/dr-sc-soc-lic-theol-michel-fontaine-2\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Dr. sc. soc., lic. theol. Michel Fontaine<\/a><br><br>Pflegefachmann, Soziologe und Theologe<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Medienmitteilung zu den Richtlinien der SAMWDie Bioethikkommission der Schweizer Bischofskonferenz bringt ihre tiefe Besorgnis dar\u00fcber zum Ausdruck, dass die SAMW in ihren neuen ethischen Richtlinien &#8222;Umgang mit Sterben und Tod&#8220; vom 17. Mai 2018 auf jeglichen objektiven Bezug zur Medizinethik verzichtet. 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