{"id":1573,"date":"2018-11-07T00:12:53","date_gmt":"2018-11-06T23:12:53","guid":{"rendered":"https:\/\/www.bischoefe.ch\/?p=1573"},"modified":"2021-05-31T16:23:40","modified_gmt":"2021-05-31T14:23:40","slug":"interreligioese-erklaerung-zu-fluechtlingsfragen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/staging.sbkcescvs.ch\/bischoefe\/interreligioese-erklaerung-zu-fluechtlingsfragen\/","title":{"rendered":"Religionsgemeinschaften fordern mehr Schutz f\u00fcr Fl\u00fcchtlinge"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Juden, Christen und Muslime erstmals mit gemeinsamer Fl\u00fcchtlingserkl\u00e4rung<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Die im Schweizerischen Rat der Religionen vertretenen Religionsgemeinschaften fordern ihre Mitglieder auf, sich f\u00fcr Fl\u00fcchtlinge zu engagieren.<\/strong><br><br><strong>Gleichzeitig appellieren sie an die Adresse des Staates und der Politik, Verantwortung f\u00fcr die Bed\u00fcrfnisse von Fl\u00fcchtlingen zu \u00fcbernehmen. Beispielsweise mit der Institutionalisierung von Resettlement. Es ist das erste Mal, dass sich Juden, Christen und Muslime gemeinsam zu Fl\u00fcchtlingsfragen \u00e4ussern. Diese Erkl\u00e4rung hat somit einmaligen Charakter und bedeutet einen grossen Schritt im interreligi\u00f6sen Dialog. Unterst\u00fctzt wird das Projekt vom UNO-Fl\u00fcchtlingshilfswerk \u2013 einem langj\u00e4hrigen Partner engagierter Religionsgemeinschaften weltweit.<\/strong><br><br>Wenn es um den Schutz von Fl\u00fcchtlingen und deren Integration geht, kommt den Religionsgemeinschaften und ihren Organisationen eine tragende Rolle zu. Vor diesem Hintergrund hat der fr\u00fchere Fl\u00fcchtlingshochkommissar und heutige Generalsekret\u00e4r der Vereinten Nationen Ant\u00f3nio Guterres 2012 den internationalen Dialog \u00abFaith and Protection\u00bb angestossen. Die Religionsgemeinschaften sollten sich in diesem Sinn auch zuk\u00fcnftig f\u00fcr den Fl\u00fcchtlingsschutz einbringen.<br><br>Die im Schweizerischen Rat der Religionen vertretenen Religionsgemeinschaften haben dieser Aufforderung Folge geleistet und nehmen mit ihrer gemeinsamen Fl\u00fcchtlingserkl\u00e4rung nun eine Vorreiterrolle ein. Bischof Harald Rein, Bischof der christkatholischen Kirche der Schweiz und amtierender Vorsitzender des Schweizerischen Rates der Religionen, betont: \u00abF\u00fcr Juden, Christen und Muslime gilt: Jeder Mensch ist Gesch\u00f6pf Gottes und steht somit unter dessen Schutz. F\u00fcr uns Gl\u00e4ubige ergibt sich daraus eine besondere Verantwortung gegen\u00fcber den Fl\u00fcchtlingen.\u00bb<br><br><strong>F\u00fcnf Appelle f\u00fcr einen starken Fl\u00fcchtlingsschutz<\/strong><br><br>Aus diesem Verst\u00e4ndnis leiten die Religionsgemeinschaften insgesamt f\u00fcnf Appelle zur Schweizerischen Fl\u00fcchtlingspolitik ab, die sie in Form einer gemeinsamen Erkl\u00e4rung heute ver\u00f6ffentlicht haben. Darin thematisieren sie den <strong><em>Schutz vor Ort<\/em><\/strong>, welcher ein wichtiges Ziel der Schweizer Fl\u00fcchtlings- und Aussenpolitik sein soll. In der Schweiz braucht es gem\u00e4ss Erkl\u00e4rung zudem <strong><em>faire und effektive Asylverfahren, <\/em><\/strong>in denen der Fl\u00fcchtlingsbegriff gem\u00e4ss Genfer Fl\u00fcchtlingskonvention umfassend angewendet wird. So sollen von B\u00fcrgerkrieg betroffene Menschen den Fl\u00fcchtlingsstatus statt einer vorl\u00e4ufigen Aufnahme erhalten. Unerl\u00e4sslich sei auch, dass dem Recht auf Familienleben Rechnung getragen werde, sowie eine <strong><em>fr\u00fchzeitige Integration <\/em><\/strong>von Fl\u00fcchtlingen. Insbesondere in diesem Bereich k\u00f6nnen Religionsgemeinschaften ihren Beitrag leisten, indem sie Freiwilligenarbeit, Nachbarschaftshilfe und individuelle Initiativen starten, tragen und unterst\u00fctzen. F\u00fcr Fl\u00fcchtlinge wiederum ist gem\u00e4ss Erkl\u00e4rung die Respektierung hiesiger Regeln zentral, um sich integrieren zu k\u00f6nnen und Teil dieser Gesellschaft zu werden. Selbstredend gelten auch f\u00fcr sie die in der Bundesverfassung verankerten Werte. Weiter wird eine <strong><em>R\u00fcckkehr in W\u00fcrde <\/em><\/strong>f\u00fcr Personen gefordert, welche die Kriterien f\u00fcr die Schutzgew\u00e4hrung nicht erf\u00fcllen. Dazu geh\u00f6ren menschenrechtliche Standards beim Vollzug der Wegweisung und die Beachtung des Kindeswohls in jeder Situation.<br><br><strong>\u201eResettlement\u201c f\u00fcr besonders Verletzliche<\/strong><br><br>Der f\u00fcnfte, und politisch aktuellste Appell der Interreligi\u00f6sen Erkl\u00e4rung zu Fl\u00fcchtlingsfragen bezieht sich auf das sogenannte <strong>\u00abResettlement\u00bb: <\/strong>Der Staat und die Politik werden konkret dazu aufgefordert, die Wiederansiedlung von Fl\u00fcchtlingen direkt aus Krisengebieten langfristig als Instrument der Schweizer Asylpolitik zu institutionalisieren. Damit w\u00fcrde eine jahrzehntelange Tradition der humanit\u00e4ren Schweiz fortgesetzt. In den letzten Jahren hat die Schweiz im Rahmen von Wiederansiedlungsprogrammen die Aufnahme von 3500 Fl\u00fcchtlingen, vor allem Opfer des Syrienkriegs, beschlossen. Das letzte Programm l\u00e4uft allerdings im kommenden Jahr aus.<br><br><strong>UNHCR spricht von \u201eVorzeigeprojekt\u201c<\/strong><br><br>Das UNHCR-B\u00fcro f\u00fcr die Schweiz und Liechtenstein hat die Realisierung der Interreligi\u00f6sen Erkl\u00e4rung zu Fl\u00fcchtlingsfragen unterst\u00fctzt. Gem\u00e4ss Anja Klug, Leiterin des B\u00fcros und somit Vertreterin des UNHCR in der Schweiz, ist dieser nationale Dialog von grosser Bedeutung: \u00abDie interreligi\u00f6se Erkl\u00e4rung zu Fl\u00fcchtlingsfragen, als Ergebnis einer Zusammenarbeit von UNHCR und Religionsgemeinschaften in der Schweiz, ist ein wichtiges Vorzeigeprojekt, das hoffentlich auch in weiteren L\u00e4ndern Schule macht. \u00bb<br><br>Mit den verantwortlichen Bundesstellen in der Schweiz wird es in den kommenden Tagen einen Austausch zur Fl\u00fcchtlingserkl\u00e4rung geben. Die Dringlichkeit ist unbestritten: Weltweit sind \u00fcber 68 Millionen Menschen auf der Flucht \u2013 so viele wie noch nie. Rund die H\u00e4lfte der Fl\u00fcchtlinge sind Kinder.<br><br><strong>Medienkontakte:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Corine Fiechter<br>Mediensprecherin SEK<br><a href=\"mailto:corine.fiechter@sek.ch\">corine.fiechter@sek.ch<\/a><br>+41 31 370 25 61<\/p>\n\n\n\n<p>Silvana Menzli<br>Verantwortliche Migration SEK<br><a href=\"mailto:silvana.menzli@sek-feps.ch\">silvana.menzli@sek-feps.ch<\/a><br>+41 31 270 25 60<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Weitere Informationen<\/strong>: <a href=\"https:\/\/www.5appelle.ch\/\">Wir sind uns einig<\/a><\/p>\n\n\n<a class=\"download\" href=\"https:\/\/staging.sbkcescvs.ch\/bischoefe\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2020\/05\/181027FlyerEinzelseiten_d.pdf\" download>Wir sind uns einig &#8211; Appelle <i class=\"fa btn btn-download fa-download\" aria-hidden=\"true\"><\/i><\/a>\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n<a class=\"download\" href=\"https:\/\/staging.sbkcescvs.ch\/bischoefe\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2020\/05\/181101Appellelang_d.pdf\" download>Gegen\u00fcber ist immer ein Mensch &#8211; Interreligi\u00f6se Erkl\u00e4rung <i class=\"fa btn btn-download fa-download\" aria-hidden=\"true\"><\/i><\/a>\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n<a class=\"download\" href=\"https:\/\/staging.sbkcescvs.ch\/bischoefe\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2020\/05\/PM_Erkl\u00e4rungzuFl\u00fcchtlingsfragen.pdf\" download>Medienmitteilung <i class=\"fa btn btn-download fa-download\" aria-hidden=\"true\"><\/i><\/a>\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p><strong>Links<\/strong><br><br><a href=\"https:\/\/www.cath.ch\/newsf\/juifs-chretiens-et-musulmans-suisses-sengagent-pour-les-refugies\/?pw=\">181107-cath.ch Juifs, chr\u00e9tiens et musulmans suisses s\u2019engagent pour les r\u00e9fugi\u00e9s<\/a><br><br><a href=\"https:\/\/www.nau.ch\/news\/schweiz\/christen-juden-und-muslime-fordern-mehr-schutz-fur-fluchtlinge-65453118\">181107-nau.ch-Christen, Juden und Muslime fordern mehr Schutz f\u00fcr Fl\u00fcchtlinge<\/a><br><br><a href=\"https:\/\/www.srf.ch\/news\/schweiz\/interreligioeser-appell-denjenigen-eine-stimme-geben-die-nicht-gehoert-werden\">181107-SRF Denjenigen eine Stimme geben, die nicht geh\u00f6rt werden<\/a><br><br><a href=\"https:\/\/www.rsi.ch\/play\/tv\/telegiornale\/video\/07-11-2018-religioni-unite-sui-rifugiati?id=11073882&amp;station=rete-uno\">181107-RSI-Religioni unite sui rifugiati<\/a><br><br><a href=\"https:\/\/www.bischoefe.ch\/content\/view\/full\/13376\">Fotos &#8211; SEK-FEPS<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die im Schweizerischen Rat der Religionen vertretenen Religionsgemeinschaften fordern ihre Mitglieder auf, sich f\u00fcr Fl\u00fcchtlinge zu engagieren.<\/p>\n<p>Gleichzeitig appellieren sie an die Adresse des Staates und der Politik, Verantwortung f\u00fcr die Bed\u00fcrfnisse von Fl\u00fcchtlingen zu \u00fcbernehmen. 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