{"id":1258,"date":"2016-02-10T08:29:40","date_gmt":"2016-02-10T07:29:40","guid":{"rendered":"https:\/\/www.bischoefe.ch\/?p=1258"},"modified":"2021-05-31T10:16:55","modified_gmt":"2021-05-31T08:16:55","slug":"wie-kostbar-und-gott-wohlgefaellig-ist-es-diener-der-anderen-zu-sein-papst-franziskus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/staging.sbkcescvs.ch\/bischoefe\/wie-kostbar-und-gott-wohlgefaellig-ist-es-diener-der-anderen-zu-sein-papst-franziskus\/","title":{"rendered":"\u201eWie kostbar und Gott wohlgef\u00e4llig ist es, Diener der anderen zu sein!\u201c (Papst Franziskus)"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Wort der Bisch\u00f6fe zum Krankensonntag 2016 (6. M\u00e4rz 2016)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Liebe Br\u00fcder und Schwestern,<br><br>Papst Franziskus sieht in der Feier des Welttags der Kranken eine Gelegenheit, den Kranken und den Menschen, die sie pflegen, \u201ebesonders nahe zu sein.\u201c Es \u00fcberrascht nicht, dass es dem Papst auch in diesem Zusammenhang vor allem um die\u00a0<em>N\u00e4he zu den Menschen<\/em>\u00a0geht, um die\u00a0<em>Vermittlung der Z\u00e4rtlichkeit und Barmherzigkeit Gottes,<\/em>\u00a0von der er sehr h\u00e4ufig spricht und die er selbst beispielhaft nachzuahmen versucht. Auch das Jahr der Barmherzigkeit, in welchem wir stehen, dient diesem grossen Anliegen.<br><br>\u201eEine Krankheit, besonders wenn sie schwer ist, bedeutet stets eine Krise f\u00fcr die menschliche Existenz und wirft tiefsch\u00fcrfende Fragen auf.\u201c Der Papst hat Verst\u00e4ndnis f\u00fcr diese Krise, f\u00fcr die anf\u00e4ngliche Auflehnung, die mit einer Erkrankung verbunden sein kann, f\u00fcr die qu\u00e4lende Frage, die sie aufwirft: \u201eWarum gerade ich?\u201c Es ist offensichtlich, dass in der Krankheit der Glaube gepr\u00fcft und empfindlich auf die Probe gestellt wird. Andererseits entfaltet er nach Papst Franziskus gerade in dieser prek\u00e4ren Situation\u00a0<em>sein ganzes positives Potential<\/em>. Der Glaube gibt n\u00e4mlich dem Kranken einen Schl\u00fcssel, der ihm hilft zu sehen, dass \u201edie Krankheit Weg zu einer gr\u00f6sseren N\u00e4he zu Jesus sein kann, der mit dem Kreuz beladen an unserer Seite geht.\u201c<br><br>Dass der Papst seiner diesj\u00e4hrigen Botschaft das Evangelium von der Hochzeit zu Kana (vgl. Joh 2) zugrunde legt, begr\u00fcndet er mit der Tatsache, dass die Hauptfeier des Welttages der Kranken dieses Jahr in Nazareth stattfindet. Nazareth und Kana: Die geographisch nahe beieinander liegenden Orte in Galil\u00e4a sind beide mit der Gestalt der Jungfrau Maria eng verbunden. Sie reicht uns nach Franziskus n\u00e4mlich den besagten Schl\u00fcssel des Glaubens. Vor allem ist sie f\u00fcr den Papst ein Symbol der Kirche, ihrer M\u00fctterlichkeit, Z\u00e4rtlichkeit und Barmherzigkeit, die nicht tatenlos zusieht, wo Menschen in Not geraten. \u201eWir haben eine Mutter, die einen wachsamen und g\u00fctigen Blick hat [\u2026], ein m\u00fctterliches und von Barmherzigkeit erf\u00fclltes Herz [\u2026], H\u00e4nde, die helfen wollen\u201c, schreibt Franziskus. Das klingt wie der \u201eCantus firmus\u201c dieses Pontifikates: Nicht Verurteilung, sondern messianische N\u00e4he zu den Menschen in Schwierigkeiten und Not!<br><br>Noch ein Weiteres macht das Evangelium von der Hochzeit zu Kana f\u00fcr den Papst deutlich: Das Wunder wirkt Gott, aber nicht ohne die Mitarbeit der Diener! \u201eWie kostbar und Gott wohlgef\u00e4llig ist es, Diener der anderen zu sein! Das macht uns mehr als alles Andere Jesus \u00e4hnlich, der nicht gekommen ist, um sich dienen zu lassen, sondern um zu dienen\u201c, schreibt Franziskus. Damit appelliert er an unsere eigene Mitmenschlichkeit in einem Gesundheitssystem, das letztere zunehmend \u00f6konomischen Parametern nachordnet:\u00a0 Der Arzt als \u201eAnbieter\u201c von \u201eGesundheitsleistungen\u201c, der Patient als \u201eKlient\u201c, die Gesundheit als \u201eProdukt\u201c im Konkurrenzangebot unterschiedlicher \u201eDienstleister\u201c, im Hintergrund Wirtschaftlichkeit und Qualit\u00e4tssicherung, ja Gewinnoptimierung im Hinblick auf die Finanzierbarkeit und den Fortbestand der eigenen Institution. Aber wo bleibt die unbezahlbare reine Menschlichkeit, die Zuwendung ohne Schielen auf die Zeit, das einf\u00fchlsame Zuh\u00f6ren ohne \u00d6konomisierungsdruck, das nicht quantifizierbare Mitgef\u00fchl, die nicht zertifizierbare Mitmenschlichkeit im Gesundheitssystem, ihre Unbezahlbarkeit? Fragen, die wir Bisch\u00f6fe uns heute stellen. Der Papst weist auf die \u201enamenlosen Personen des Evangeliums\u201c, die uns \u201esehr viel lehren\u201c! Auch wir k\u00f6nnen wie sie \u201eH\u00e4nde, Arme, Herzen sein, die Gott helfen, seine h\u00e4ufig verborgenen Wunder zu vollbringen.\u201c<br><br>Gegen Ende seiner Botschaft nimmt der Papst noch einmal die Anliegen des Heiligen Jahres der Barmherzigkeit auf: \u201eJedes Krankenhaus oder Pflegeheim kann sichtbares Zeichen und Ort zur F\u00f6rderung der Kultur der Begegnung und des Friedens sein, wo die Erfahrung von Krankheit und Leid wie auch die professionelle und br\u00fcderliche Hilfe dazu beitragen, jede Ausgrenzung und jede Spaltung zu \u00fcberwinden.\u201c<br><br>Im Namen der Schweizer Bischofskonferenz<br>+Marian Eleganti, Weihbischof von Chur<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"http:\/\/w2.vatican.va\/content\/francesco\/de\/messages\/sick\/documents\/papa-francesco_20150915_giornata-malato.html\">Botschaft von Papst Franziskus zum Welttag der Kranken 2016<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Liebe Br\u00fcder und Schwestern,<\/p>\n<p>Papst Franziskus sieht in der Feier des Welttags der Kranken eine Gelegenheit, den Kranken und den Menschen, die sie pflegen, \u201ebesonders nahe zu sein.\u201c Es \u00fcberrascht nicht, dass es dem Papst auch in diesem Zusammenhang vor allem um die N\u00e4he zu den Menschen geht, um die Vermittlung der Z\u00e4rtlichkeit und Barmherzigkeit Gottes, von der er sehr h\u00e4ufig spricht und die er selbst beispielhaft nachzuahmen versucht. 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